Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

  • Schlagwörter

D-Ticket: VDV fordert Fortschreibung

17.04.25 (Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Vor dem Hintergrund der jüngsten Einigung auf eine Fortsetzung des Deutschlandtickets zwischen CDU, CSU und SPD hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) auch eine Fortschreibung des Angebotes gefordert. Die umfangreichste Markftorschung zum Deutschlandticket, koordiniert vom VDV und der Deutschen Bahn im Auftrag von Bund und Ländern, liefert seit Mai 2023 mit inzwischen über 200.000 Befragten alle relevanten Antworten der Bürger.

„Unser Ziel muss es sein, so viele Kundinnen und Kunden wie möglich vom Deutschland-Ticket zu überzeugen. Das Branchenziel von mindestens 15 Millionen Nutzerinnen und Nutzern ist erreichbar. Wenn Politik und Branche mutig und konsequent handeln, dann geht sogar noch mehr“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann.

Seit Einführung des Deutschlandtickets im Mai 2023 haben fast 23 Millionen PErsonen mindestens einmal ein solches besessen. Momentan sind laut der Verkaufszahlen der Branche rund 13,5 Millionen Deutschlandtickets im Besitz der Nutzer. Das heißt: Die Verkaufszahlen steigen zwar in jedem Quartal, aber es gibt auch eine Reihe von Kunden, die das Ticket unregelmäßig nutzen. Auch für andere Kundengruppen könnten spezifische Leistungen zur Ausweitung des Marktpotenzials sinnvoll sein.

Eine Überlegung ist, ein Deutschlandticket für Auszubildende anzubieten, das ähnliche Rahmenbedinungen hat wie das Deutschlandticket für Studenten. Insgesamt gelte es, die Rahmenbedingungen entsprechend der Mobilitätsbedürfnisse im Land weiterzuentwickeln. Vor allem bei den rabattierten Jobtickets liegt noch einiges an Wachstumspotenzial. Aktuell liegt die Besitzquote unter Vollzeit-Berufstätigen bei 22 Prozent.

Große Arbeitgeber scheuen oft den administrativen Aufwand für eine Umstellung der Jobticketverträge auf das Deutschlandticket Job für die Beschäftigten, weil bislang nicht klar war, ob es das Ticket über 2025 hinaus überhaupt noch geben wird. Jetzt ist das Deutschlandticket vorerst gesichert – wenn nun auch der Jobrabatt verstetigt wird, ist dies ein gutes Argument für die Firmen, um ihren Arbeitnehmern das Jobticket anzubieten.

Für Berufspendler und Einkommensschwache ist das Deutschlandticket finanziell attraktiv und entlastet diese finanziell teils erheblich: Laut der aktuellen Marktforschungsergebnisse sparen D-Ticket-Besitzer durchschnittlich monatlich 17,10 Euro gegenüber ihren vorherigen ÖPNV-Ausgaben. Die Gesamtersparnis für diese Fahrgäste liegt damit seit Einführung des Deutschlandtickets bereits bei über 4,25 Milliarden Euro.

Vor allem Berufspendler, die oft längere Strecken mit dem ÖPNV fahren, profitieren vom preiswerten Deutschlandticket. Ihre monatliche Erspanis liegt zwischen 22,73 Euro und 57,42 Euro. Das gelte es, dauerhaft fortzuschreiben „Wir schlagen dringend vor, die gemeinsame Untersuchung von Bund, Ländern und Branche in ihrer bisherigen Form fortzuführen. Denn nur dann bleiben die Ergebnisse konsistent und für alle nutzbar“, so Ingo Wortmann abschließend.

Foto: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont

Kommentare sind geschlossen.