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Gute Projekte zeitnah umsetzen

06.03.25 (Kommentar) Autor:Stefan Hennigfeld

Ganz Deutschland spricht über den vollautomatischen Betrieb, dabei haben wir in Nordrhein-Westfalen schon seit längerem zwei derartige Anlagen: Eine am Düsseldorfer Flughafen und eine an der Universität Dortmund, die jetzt endlich ausgebaut wird und Anschluss an das Stadtbahnnetz kriegt. Bereits seit Jahrzehnten verbindet sie verlässlich das Universitätsgelände mit dem benachbarten Technologiezentrum, in dem sich zahlreiche Unternehmen gezielt in der Nähe der Universität angesiedelt haben.

Dabei sind die Hochbahnen in Düsseldorf und Dortmund von Anfang an auf den vollautomatischen, fahrerlosen Betrieb ausgelegt, sodass aufwendige Umrüstarbeiten entfallen. In Wuppertal etwa ist die fahrerloser Schwebebahn auch daran gescheitert, dass die Feuerwehr das Gerüst nicht von jeder Stelle aus mit der Drehleiter erreichen kann. Eine mögliche Evakuierung müsste also unter Umständen über das Gerüst erfolgen, was jedoch nur unter der Aufsicht fachkundiger Mitarbeiter erfolgen könnte – die fahrerlose Schwebebahn wurde damit unwirtschaftlich.

An der Dortmunder Universität und am Düsseldorfer Flughafen sind die gesamten Anlagen seit dem ersten Tag so konstruiert, dass die Feuerwehr jede Stelle problemlos erreichen kann, falls eine Evakuierung notwendig werden sollte. Die Anwesenheit fachkundiger Mitarbeiter ist daher nicht zwingend notwendig. Gerade vor dem Hintergrund des branchenweiten Personalmangels ist eine solche Lösung durchaus sinnvoll, weil ein Zug der H-Bahn nicht einfach „wegen Personalmangel“ kurzfristig ausfallen kann.

Es ist ja mit der Anbindung an die Linie U42 in der Nähe des Fußballstadions noch lange nicht das Ende erreicht: Weitere Ausbauten sind darüber hinaus möglich, wenn die Kosten-Nutzen-Bewertungen entsprechend positiv sind und ausreichende Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Naheliegend ist etwa eine Verlängerung von Eichlinghofen zur S 1 in Oespel oder zur S 5 in in Dortmund-Barop.

Wenn man von Dortmund-Dorstfeld mit der H-Bahn direkt zum Fußballstadion fahren kann, bietet sich das auch für Zuschauer an, um die bisherigen Anfahrtswege über die (kommunale) Schiene zu entlasten. Das Potential ist also durchaus vorhanden. Dabei geht es nicht nur darum, in Dortmund konkret den Verkehr zu verbessern, sondern auch der Welt zu zeigen: Seht her, wir können autonomes Fahren. Guckt Euch unsere Technologie an, wir verkaufen sie Euch gerne.

Dortmund ist heute schon eine Eisenbahnerstadt und wenn man hier die H-Bahn weiter ausbaut, könnte man einen weiteren Leuchtturm in der Region schaffen um zu zeigen, dass man sehr wohl auch kreative Ideen in der Automatisierung und Digitalisierung hat und auch in der Lage ist, diese in den betrieblichen Alltag zu führen. Deshalb gilt es jetzt, die fest zugesagten Landesmittel auch zu verbauen und dafür zu sorgen, dass die Verlängerung in den nächsten Jahren auch realisiert wird – denn gerade angesichts knapper Haushaltsmittel weiß niemand, wie viel Geld hier in den nächsten Jahren noch zur Verfügung steht.

Siehe auch: Dortmund: H-Bahnausbau ist durchfinanziert
Foto: Dortmunder Stadtwerke AG / Jörg Schimmel

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