BSN warnt vor Personalabbau
12.09.24 (Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld
Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat mit einem Sieben-Punkte-Plan deutlich Effizienzsteigerungen bei der DB AG vorgelegt. Kritik kommt vom Bundesverband Schienennahverkehr. „Wir haben es hier mit altem Wein in neuen Schläuchen zu tun. Die Branche muss wahren Fortschritt sehen. DB-Personal egal wo – aber vor allem bei der Konzern-Infrastruktursparte auszudünnen ist in diesem Kontext kontraproduktiv – schlicht ein Schritt zu früh, denn dieser ergibt erst Sinn und Wert, wenn der Change vollzogen ist“, so Thomas Prechtl, Präsident des BSN.
Die von Wissing geforderten höheren Auslastungen der Strecken, egal ob mit Güter-, Personennah- oder Fernverkehr, kann nur mit einer besseren Qualität der Deutschen Bahn und ihrer Infrastruktursparte erzielt werden. Nur genau dafür fehlt das Geld – die Absicherung langfristiger Investitionen für zeitgemäße digitale Technik.
Der Schienennahverkehr im Ergänzungsnetz wird vielfach noch mit Stellwerkstechnik aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg erbracht, mechanische Stellwerke mit großen Weichenhebeln und langen Seilzügen bestimmen vielfach noch das Bild auf Nebenstrecken.; besonders in Bayern, Niedersachsen und Thüringen. Selbst mittlerweile hundert Jahre alte sogenannte elektro-mechanischen Stellwerke aus den 1920er-Jahren sind derart personalintensiv, dass die DB InfraGo aufgrund von Personalmangel ihre Stellwerke oft nicht mehr besetzen kann.