Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

  • Schlagwörter

Batterie-Wasserstoff-Busse für Wien

06.08.24 (Österreich) Autor:Stefan Hennigfeld

Ab Mitte 2025 werden die Elektro-Busse in der Wiener City durch neue Batterie-Wasserstoff-Busse ersetzt. Nach einer europaweiten Ausschreibung investieren die Wiener Linien in zehn neue Kleinbusse des italienischen Herstellers Rampini. Diese werden sowohl mit Wasserstoff als auch elektrisch angetrieben und sind die ersten Kleinbusse mit dieser Technologie. Sie ersetzen die rein elektrisch fahrenden Busse der Linien 2A und 3A, die ihre mechanische Belastungsgrenze erreicht haben.

Die Wiener Linien sind künftig noch flexibler in der Innenstadt unterwegs. Von den Abmessungen und dem äußeren Erscheinungsbild ähneln sich der aktuelle Bus und sein Nachfolger, technisch ist der Batterie-Wasserstoff-Bus jedoch eine Innovation im Segment der Kleinbusse. Angetrieben wird der Rampini Hydron von einem 230 kW Elektromotor, der seine Energie aus einer 170 kWh Batterie bezieht. Eine Wasserstoff-Brennstoffzelle erzeugt während der Fahrt neue elektrische Energie, sodass der Bus dank der Range-Extender-Technologie den ganzen Tag ohne Nachladen im Einsatz sein kann. Dadurch ist auch keine Ladeinfrastruktur in der Innenstadt mehr nötig und die Fahrzeugflotte für die Linien 2A und 3A kann von zwölf auf zehn Busse reduziert werden.

Öffi-Stadtrat Peter Hanke (SPÖ) erklärt: „Mit den neuen Bussen für die Innenstadt setzen wir das nächste innovative Ausrufezeichen. Für den Kauf und die Instandhaltung der neuen Rampini-Busse investieren wir gemeinsam mit dem Klimaschutzministerium und der EU rund 12 Millionen Euro. Diese Busse sind ein Beweis für unsere konsequente Umstellung auf klimafreundliche Antriebstechniken und machen Wien zu einem europäischen Vorreiter in der Dekarbonisierung des öffentlichen Nahverkehrs.“

Betankt und geladen werden die neuen, vollklimatisierten Busse künftig an einer H2-Tankstelle und Ladestation von Wien Energie und Wiener Netzen. Verwendet wird grüner Wasserstoff, der vor Ort in Wien produziert wird. Mit dem neuen Rampini Hydron bleiben die Wiener Linien auch flexibel und können problemlos auf etwaige Fahrplanänderungen reagieren.

Wiener-Linien-Geschäftsführerin Gudrun Senk: „Wir haben den neuen Bus vorab intensiv getestet und nutzen mit dem neuen Antriebssystem die Synergien im Konzern der Wiener Stadtwerke. Die innovative Batterie-Wasserstoff-Technologie ermöglicht einen ganztägigen Betrieb ohne Ladeunterbrechungen. Der benötigte grüne Wasserstoff wird direkt vor Ort in Wien hergestellt, sodass wir unabhängig und klimaneutral unterwegs sind. Damit können wir weiter Emissionen reduzieren und gleichzeitig unseren Fahrgästen den hohen Komfort der Wiener Linien bieten.“

Mit dem Batterie-Wasserstoff-Bus gehen die Wiener Linien weiter den Weg raus aus der Dieseltraktion. Erst im Februar dieses Jahres wurde das neue Kompetenzzentrum für Elektromobilität eröffnet, mittlerweile sind sechs Buslinien auf reinen Elektroantrieb umgestellt und dort dreißig zwölf Meter lange Mercedes eCitaros unterwegs.

Foto: Wiener Linien / Robert Peres

Kommentare sind geschlossen.