Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Kassel: Keine Tram nach Harleshausen

18.07.23 (Hessen) Autor:Stefan Hennigfeld

Die erneute Prüfung der Förderfähigkeit einer Straßenbahnneubaustrecke von der Kasseler Innenstadt nach Harleshausen ergab, dass eine Förderung durch Bundesmittel für die Neubaustrecke unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht gegeben ist. Das Gutachten, das im Auftrag der KVG die Streckenführung von der Reuterstraße über Rothenditmold nach Harleshausen mit Endpunkt am Freibad Harleshausen untersuchte, ermittelte einen Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) von 0,1. Damit liegt der NKI deutlich unter dem für die Förderfähigkeit erforderlichen Wert von 1.

Konkret heißt das, die errechneten Kosten übersteigen den zu erwartenden volkswirtschaftlichen Nutzen deutlich. Ausschlaggebend ist, dass im Rahmen der standardisierten Bewertung der Nutzen der Straßenbahn zu gering gegenüber den bereits bestehenden Anbindungen ist.

Frank Schäfer vom Gutachter-Büro Intraplan Consult GmbH führt aus: „Harleshausen ist heute über die Regiotram sowie die Buslinien 10, 11, 12 und 110 an den Bahnhof Wilhelmshöhe und die Innenstadt angebunden. Damit ist Harleshausen über viele verschiedene ÖPNV-Verbindungen erreichbar und eine Bündelung des Verkehrs auf nur eine Straßenbahnachse schwer möglich.“ Dabei wurden auch verschiedene andere Varianten geprüft, allerdings steigt der Kosten-Nutzen-Indikator in keinem Fall auf über 1,0. Eine Förderung durch Bund und Land ist daher nicht möglich.

Kommentare sind geschlossen.