Allianz pro Schiene: Deutschland verliert den Anschluss an die Nachbarn
05.07.11 (Allgemein) Autor:Sven Steinke
Wie der Interessenverband der Bahnbranche, Allianz pro Schiene, mitteilt investiert Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Industrieländern zu wenig in seine Schieneninfrastruktur. Nach Berechnungen der Allianz pro Schiene und des Beratungsunternehmen SCI Verkehr liegt Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarländern bei den Pro-Kopf-Investitionen ins Schienennetz abgeschlagen auf den hintersten Rängen. Deshalb droht Deutschland in Europa den Anschluss zu verlieren.
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Nach den Berechnungen lagen die Pro-Kopf-Investitionen im Jahr 2010 in anderen europäischen Ländern bei folgenden Werten: Schweiz (308 Euro), Österreich (230 Euro), Schweden (164 Euro), Niederlande (159 Euro), Großbritannien (125 Euro), Spanien (114 Euro), Italien (99 Euro) und Frankreich (90 Euro). Mit 53 Euro Investitionen aus Bundesmitteln pro Bürger liegt Deutschland weit hinter seinen Nachbarn.
Schon seit Jahren weist die Allianz pro Schiene regelmäßig auf die geringe Investitionsbereitschaft des Bundes in seine Schienenwege hin. Bisher ergaben sich allerdings nur wenige Veränderungen. Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, hält die Zahlen für ein deutliches Alarmsignal für einen besorgniserregenden deutschen Sonderweg. So ließe sich der Bund seit Jahren seine Straßen jährlich mehr kosten als seine Schienenwege.
Mit dieser Haltung droht Deutschland den europäischen Schienen-Güterverkehrsboom als Transitland zu ersticken. Ohne leistungsfähiges Schienennetz können kaum mehr Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Geschäftsführer Flege fordert deshalb die jährlichen Bundesinvestitionen in die Schienenwege auf fünf Milliarden Euro jährlich aufzustocken, um wenigstens Italienische Verhältnisse zu erreichen.
Lars Neumann, Büroleiter der Beratungsfirma SCI Verkehr, geht sogar noch einen Schritt weiter und vergleicht das Verhältnis von Wirtschaftskraft und staatlichen Investitionen. Demnach können unsere europäischen Nachbarn problemlos mit Schwellenländern wie China und Russland mithalten. Deutschland hingegen sei weit abgehängt und droht den Anschluss an die Liga zu verlieren.
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