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Nordwestbahn behält S-Bahn Bremen

04.04.19 (Bremen, Niedersachsen) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Nordwestbahn GmbH aus Osnabrück wird die Regio S-Bahn Bremen/Niedersachsen bis mindestens Dezember 2036 betreiben. Das Unternehmen, das seit Dezember 2010 mit dem Betrieb betraut ist, konnte sich in der Folgevergabe durchsetzen. Die Vergabeabsicht der Aufgabenträger aus Bremen und Hannover wurde letzte Woche bekanntgegeben. Das zum französischen Transdev-Konzern gehörende Unternehmen setzte sich dabei gegen mehrere Wettbewerber durch.

„Die Angebote der Unternehmen für das ausgeschriebene hochwertige Betriebskonzept lagen sehr nahe beieinander, die NWB hatte am Ende mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis die Nase vorn“, fasst LNVG-Chefin Carmen Schwabl zusammen. Davon sollen vor allem die Pendler in der Region profitieren. „Reisende dürfen sich auf ein attraktiveres Angebot freuen, auf neue und schnellere Verbindungen wie auch über zusätzliche Kundenbetreuer in den S-Bahnen“, fügt Schwabl hinzu, deren Gesellschaft in dem Wettbewerbsverfahren die Federführung hatte.

„Mit dem neuen Angebot wird der Umstieg vom Auto auf die Bahn noch attraktiver. Insbesondere die Pendlerinnen und Pendler werden von den neu eingeführten Dreißig-Minuten-Takten zwischen Bremen und Bremerhaven sowie Bremen und Oldenburg profitieren. Damit zukünftig auch Qualität und Service stimmen, haben die Aufgabenträger im neuen Verkehrsvertrag strenge Vorgaben für einen ausreichenden Bestand an Personal und Fahrzeugen gemacht“, sagte Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) zur Entscheidung.

Der neue Verkehrsvertrag beginnt im Dezember 2022 und umfasst ein Fahrtenprogramm von jährlich rund 6,25 Millionen Zugkilometern. Gleichzeitig wächst das Netz der Regio-S-Bahn – eine neue Verbindung nach Wilhelmshaven und eine Expressverbindung zwischen Bad Zwischenahn und Bremen kommen hinzu. Für diese Mehrleistungen und für Kapazitätsausweitungen beschafft die NWB 16 weitere S-Bahnen. Damit besteht die Flotte künftig aus 51 Fahrzeugen, wobei auch eine größere Betriebsreserve fest eingeplant ist.

Durch Überlagerung der Linien RS 3 und RS 4 fährt die S-Bahn zwischen Hude – Bremen künftig im Halbstundentakt. Neben der RS 3 wird erstmals auch die RS 4 sämtliche Bahnhöfe zwischen Hude und Bremen bedienen. Gleichzeitig wird die RS 3 in den Hauptverkehrszeiten von Oldenburg nach Wilhelmshaven verlängert. Moderne Elektrotriebwagen ersetzen in dem Abschnitt die heute diesel-getriebenen Direktzüge zwischen Wilhelmshaven und Bremen (RE 19) wie auch einzelne Verstärker zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg (RE 18).

Bis dahin wird die Strecke noch mit einer Oberleitung ausgerüstet. Die Infrastruktur-Experten der LNVG rechnen mit einem Abschluss der Elektrifizierung ebenfalls bis Ende 2022. Bereits ein Jahr später soll die Jade-Stadt zudem alle zwei Stunden mit einem Seitenast der Regional Express-Linie RE 1 umsteigefrei an die niedersächsische Landeshauptstadt angeschlossen werden.

In den Augen von LNVG-Chefin Carmen Schwabl „ein klares Plus für die Tourismusregion an der Nordsee“. Der Linienast nach Bad Zwischenahn wird künftig nicht mehr von der RS 3, sondern von der neuen RS3X bedient. Dabei handelt es sich um eine aus Pendlersicht beschleunigte Linie, die nach ihrem Start in Bad Zwischenahn und einem Halt in Oldenburg-Wechloy von Oldenburg Hauptbahnhof bis Bremen nur noch in Hude und Delmenhorst hält.

Zusammen mit den jeweils zweistündlich verkehrenden RE und IC wird das Angebot damit auf einen sehr attraktiven Halbstunden-Takt von Express-Verbindungen verdichtet. Die LNVG und das Bremer Verkehrsressort wollen so die hohe Pendler-Nachfrage zwischen Oldenburg und Bremen befriedigen. Auf der RS 2 zwischen Bremen und Bremerhaven dürfen sich Reisende ebenfalls über mehr S-Bahnen freuen.

Dort wird der ganztägige Stundentakt von Montag bis Samstag durch zusätzliche Verstärkerzüge in den Hauptverkehrszeiten zu einem Halbstundentakt ausgeweitet. Im Zuge der europaweiten Ausschreibung wurde die Linie Rotenburg/Wümme – Verden/Aller dem Regio-S-Bahn-Netz zugeordnet. Reisende werden auf dieser Verbindung, deren Fahrplanangebot beibehalten wird, ab Ende 2022 ebenfalls in moderne Elektrotriebwagen einsteigen.

Bislang fahren dort ältere Dieseltriebwagen vom Typ VT 628. Die Nordwestbahn GmbH war im Dezember 2010 das erste Unternehmen überhaupt, das nicht dem DB-Konzern angehört und ein ganzes S-Bahnnetz übernommen hat – und jetzt auch zum ersten mal eines verteidigen konnte.

Siehe auch: Der Wettbewerb ist im Alltag angekommen

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