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Zweiter Verkehrswendepreis ausgeschrieben

10.06.24 (Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Allianz pro Schiene sucht bereits zum zweiten Mal bundesweit nach vorbildlichen Projekten rund um die Schiene, die zu einer gelungenen Verkehrswende beitragen. Besonders vielversprechende Beispiele werden Ende des Jahres mit dem Deutschen Verkehrswendepreis 2024 ausgezeichnet. Bis zum 3. September 2024 können Projekte, die bereits in der Umsetzung oder schon fertig sind, hier für den Preis vorgeschlagen werden.

„Die erste Runde des Wettbewerbs 2022 hat gezeigt, wie viele Menschen sich überall in Deutschland mit ganz unterschiedlichen Ideen erfolgreich für die Verkehrswende engagieren“, sagt der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. „Auch dieses Mal wollen wir die besten Beispiele im ganzen Land ausfindig und bekannt machen, damit sie andere Menschen inspirieren und zum Nachahmen anregen können.“

Der Wettbewerb ist bewusst offengehalten: Bewerben können sich unter anderem Kommunen, private und öffentliche Initiativen, Unternehmen, Aufgabenträger oder zivilgesellschaftliche Interessenvertretungen sowie Privatpersonen. Mögliche Projekte könnten Beratungsangebote von Kommunen sein, Zubringer-Lösungen zum Zugverkehr oder auch innovative Technik im Bereich Schienengüterverkehr. Hauptsache, es geht direkt oder auch indirekt um die Schiene und natürlich um einen Beitrag zur Verkehrswende. 2022 wurde unter anderem das Projekt PlusBus im Herzen der Metropolregion Halle/Leipzig mit dem Deutschen Verkehrswendepreis ausgezeichnet.

Erstmals gab es mit dem PlusBus eine Buslinie, die über einen Landkreis hinaus Fahrgäste im Stundentakt und mit kurzen Übergangszeiten zu den Zügen der nächstgelegenen Bahnhöfe brachte und immer noch bringt. Inzwischen gibt es deutschlandweit mehr als 130 solcher Buslinien, etwa in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und dem Saarland. Ein weiteres Siegerprojekt war das Mobilitätsnetzwerk NRW. Das Netzwerk unterstützt mittlerweile mehr als 280 Kommunen und Kreise in ganz Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zu einer nachhaltigen und klimagerechten Mobilität, die allerdings auch niemanden in seiner Beweglichkeit einschränkt.

Erstmals wird im Rahmen des Wettbewerbs auch ein Sonderpreis Baukultur vergeben. Er zeichnet bauliche Projekte mit Schienenbezug aus, die durch umgestaltete öffentliche Räume einen emotionalen Zugang zum klimafreundlichen Verkehr bieten und so zu einer nachhaltigen Verkehrsmittelwahl anregen. Das kann zum Beispiel eine besonders freundlich und ansprechend gestaltete Bahnhofsunterführung sein oder es können auch kreativ umgewidmete Kfz-Parkflächen und Straßen in Bahnhofsnähe sein, die mehr Aufenthaltsqualität schaffen. Teilnehmen können alle, die solche Leuchtturmprojekte kennen oder selbst initiiert haben. Voraussetzung ist lediglich ein Bezug zum Schienenverkehr und zur Verkehrswende. Eine unabhängige Jury wählt im Herbst die besten Beispiele aus dem gesamten Bundesgebiet aus.

Foto: Deutsche Bahn AG / Timo Volz

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