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GINT-Projekt im Nordosten

21.05.24 (Mecklenburg-Vorpommern) Autor:Stefan Hennigfeld

Seit März finden Messfahrten auf dem Streckenabschnitt der Mecklenburgischen Südbahn zwischen Karow und Inselstadt Malchow statt. Dies geschieht im Rahmen des Projekts Gigabit Innovation Track (GINT), das die Deutsche Bahn, der Netzwerkausrüster Ericsson, der Telekommunikationsanbieter O2 Telefónica und der Funkmastbetreiber Vantage Towers gemeinsam durchführen.

Das Projekt, das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert wird, zielt darauf ab, Möglichkeiten für Mobilfunk- und Datenverbindungen für Bahnreisende mit Gigabit-Datenraten zu testen. Neben der Bereitstellung hoher Datenraten für die Passagiere im Personenverkehr steht auch die Einführung des 5G-basierten Zugfunksystems FRMCS (Future Rail Mobile Communication System) im Fokus.

„Innerhalb von nur zehn Wochen wurden ab September 2023 die erforderlichen Infrastrukturanlagen entlang der Strecke errichtet“, informiert Ralf Böhme, Geschäftsführer der RIN. „Das Projekt ist bisher einzigartig in Deutschland, diverse innovative Technologien werden hier erstmals genutzt, darunter die modernen Funkmasten von Vantage Towers. Wir sind erfreut, dass dabei eine unserer Strecken genutzt wird und wir es mit unserem pragmatischen Ansatz und hohem Engagement unserer Mitarbeiter geschafft haben, in Rekordzeit die erforderlichen Voraussetzungen für den erfolgreichen Start des Projekts zu schaffen“, so Böhme weiter.

Böhne: „Und mit Blick auf die aktuelle Diskussion um den Erhalt der Schieneninfrastruktur in unserer Region wird hier erneut deutlich, dass die noch vorhandenen Kapazitäten auf unterschiedlicher Art und Weise einen erheblichen volkswirtschaftlichen Nutzen stiften.“

Für das Projekt wurden etwa zwölf kilometer Schienenfußkabel zur Anbindung der Funkmasten sowie insgesamt 13 neuartige Funkmasten direkt am Streckengleis installiert. Für diese Arbeiten zeichnete der Projektpartner Vantage Towers AG verantwortlich und setzte hier auf ein innovatives Mastsystem mit rund 15 MEter hohen Stahlmasten. Die Gründung dieser Strukturen basiert auf innovativen Konzepten, die jeweils auf vier Erdankerstäben ruhen.

Diese Stäbe sind mit einem Gestell verbunden, das sowohl die Lastabtragung in die Ankerstäbe übernimmt als auch die am Mast befestigte Ausrüstungsplattform trägt. Auf dieser Plattform befinden sich an acht Positionen Brennstoffzellen zur Stromversorgung während des Funkbetriebs. Diese Standorte wurden gewählt, um den aufwändigen Verlegungsprozess von Stromkabeln entlang der Bahntrasse zu umgehen.

Die Brennstoffzellen selbst repräsentieren innovative Anlagen. Um die Betriebsgenehmigung als Ersatz für die noch ausstehende „Bahnzulassung“ zu erhalten, waren detaillierte Konzepte zu erstellen und mit der Aufsichtsbehörde der RIN abzustimmen. Die Messfahrten im Streckenabschnitt dienen unter anderem der Bewertung der möglichen Datenübertragungen in vorbeifahrenden Zügen. Das Projekt soll zunächst bis zum Ende des Jahres dauern.

Foto: Deutsche Bahn AG / Annette Riedl

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