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Elektronetz Nord wird neu vergeben

12.03.24 (Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt) Autor:Stefan Hennigfeld

Gemeinsam mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), dem Regionalverband Großraum Braunschweig und dem Land Brandenburg hat die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH im Auftrag des Landes die Leistungen für das Elektronetz Nord Magdeburg neu ausgeschrieben. Gesucht wird europaweit ein Eisenbahnverkehrsunternehmen, das ab Dezember 2028 bis zum Fahrplanwechsel 2043 das Netz und damit circa 8,4 Millionen Zugkilometer pro Jahr betreibt. Fahrplananpassungen und mehr Platz in den Zügen sind wichtige Veränderungen, die im Netz anstehen. „<

Wir wollen ab Dezember 2028 mehr Kapazitäten im Elektronetz Nord Magdeburg vorhalten. Genügend Platz für die Fahrgäste, aber auch für die Mitnahme des eigenen Rades ist wesentliche Voraussetzung für ein entspanntes Reisen. Wenn wir noch mehr Menschen im Land dazu bewegen wollen, das Auto auch mal stehen zu lassen und auf die Bahn umzusteigen, müssen wir attraktive Angebote schaffen“, erklärte der Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Digitales, Sven Haller (FDP), in Magdeburg.

Um diese Veränderungen vorzubereiten, startet heute mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt offiziell das Vergabeverfahren für das Elektronetz Nord Magdeburg. Das Netz umfasst die nachfragestarken Elektrolinien im Großraum Magdeburg inklusive S-Bahn. Dazu gehören die Eisenbahnlinien RE 20 Magdeburg Stendal – Uelzen, RB 30 Halle (Saale) – Köthen – Magdeburg – Wittenberge und RB 40 Braunschweig – Helmstedt – Magdeburg sowie die S1 Schönebeck-Salzelmen – Magdeburg – Burg und S2 Magdeburg – Zielitz.

In der Ausschreibung ist optional eine Verlängerung der RB 40 von Magdeburg nach Dessau Hbf vorgesehen. Die Umsetzung wäre frühestens ab Dezember 2030 möglich. Die ausgeschriebenen vertraglichen Leistungen umfassen circa 21 Prozent des gesamten SPNV im Land Sachsen-Anhalt. Das Elektronetz Nord wird aktuell von der DB Regio AG betrieben. Der laufende Vertrag endet nach 15-jähriger Laufzeit planmäßig zum Fahrplanwechsel im Dezember 2028. Damals hat das Unternehmen von einer Direktvergabe profitiert, die zwar rechtswidrig, aber aus formalen Gründen nicht mehr angreifbar war.

Die aktuellen Vergabeunterlagen sehen einen Personalübergang vor, sofern das Ergebnis der Vergabe einen Vertrag mit einem neuen Betreiber haben wird. Die Zuschlagserteilung ist für das erste Quartal 2025 geplant und wird auf das wirtschaftlichste Angebot gemäß der den Bietern bekannt gegebenen Bewertungskriterien erfolgen. Hierbei wird es nicht ausschließlich auf den Angebotspreis ankommen.

Auch verbindlich zugesagte Mehrleistungen über die Anforderungen hinaus werden berücksichtigt. Unter anderem haben die Bieter die Möglichkeit, sich über die ohnehin vorhandenen Ausbildungsvorgaben hinaus zur umfassenden Berufsausbildung von Eisenbahnpersonalen zu verpflichten. Auch bei der Fahrzeugausstattung, im Vertrieb und Betrieb sind Mehrleistungen möglich.

Foto: Deutsche Bahn AG / Wolfgang Klee

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