Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Zehn-Punkte-Plan für Norddeutschland

14.02.24 (Schleswig-Holstein) Autor:Stefan Hennigfeld

Das Schienennetz in Schleswig-Holstein wird in den nächsten Jahren umfassend saniert. Gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein hat die Deutsche Bahn einen umfassenden Sanierungsplan entwickelt, der die Verbesserungen des Schienennetzes und der Bahnhöfe bis 2030 aufzeigt. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG, und Tobias von der Heide (CDU), Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär haben das Programm letzte Woche vorgestellt.

Vor allem die besonders belasteten Streckenabschnitte sollen in einen besseren Zustand versetzt werden, um künftig mehr Güter über die umweltfreundliche Schiene zu transportieren und immer mehr Fahrgästen einen attraktiveren Nah- und Fernverkehr anzubieten.

Philipp Nagl: „Qualität und Pünktlichkeit sind in Schleswig-Holstein seit Längerem nicht so, wie sie sein sollen. Das ist absolut unbefriedigend für Eisenbahnverkehrsunternehmen, Kunden, Reisende und auch für uns und unsere Mitarbeitenden. Mit dem Zehn-Punkte-Plan werden die Züge wieder pünktlicher und zuverlässiger. Unter anderem erneuern wir die Stellwerkstechnik an der Küste, investieren in den Korridor nach Dänemark und wollen die geplante Batterie-Fabrik „Northvolt“ an das Netz anbinden.“

Das Land, der Bund und die DB investieren in den nächsten Jahren massiv in die Schiene im Norden. Neben der Generalsanierung des Hochleistungsnetzes (u.a. Hamburg-Berlin ab 2025) und großen Bau-Projekten wie der S4 zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein sowie der Anbindung der Festen Fehmarnbeltquerung arbeiten die DB und das Land an weiteren Maßnahmen.

Tobias von der Heide: „Ich hoffe sehr, dass das Bahnnetz in Schleswig-Holstein sehr schnell den bundesweit letzten Platz für den schlechtesten Zustand verliert. Die derzeit niedrigen Pünktlichkeitsquoten sind für alle Fahrgäste sehr belastend. Daher freue ich mich, dass die DB jetzt eine Sanierungsoffensive starten wird.“

Die DB und das Land investieren in den nächsten Jahren weiterhin massiv in die Modernisierung etlicher Bahnhöfe im Norden. Mit Inbetriebnahme des ESTW in Tönning sind auch alle Bahnhöfe der Strecke nach St. Peter-Ording vollständig barrierefrei ausgebaut. 2024 werden u.a. die Bahnsteige in Neustadt (i.H.) und Sierksdorf erneuert, die Bahnsteige in Schwarzenbek bekommen ebenfalls eine Schönheitskur und ein Bahnsteigdach, um Fahrgästen einen besseren Wetterschutz zu bieten. 2025 beginnt der Neubau der Station „Bad Oldesloe Ost“. Ab 2026 ist die Modernisierung zahlreicher Empfangsgebäude geplant, u.a. in Flensburg und Kiel.

Ab 2027 sollen die Bahnhöfe in Neumünster, Husum, Westerland und Bordesholm modernisiert werden, u.a. mit erneuerten Bahnsteigen und Dächern. 2027 beginnt zudem der Neubau der Haltestelle Büdelsdorf. Bis 2029 soll das denkmalgeschützte Empfangsgebäude in Rendsburg saniert werden. Darüber hinaus sollen in den nächsten Jahren insgesamt fünf neue Elektronische Stellwerke (ESTW) in Betrieb genommen werden.

Foto: Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski

Kommentare sind geschlossen.