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Busförderprogramm in Niedersachsen

09.02.24 (Niedersachsen) Autor:Stefan Hennigfeld

Bis zu 42,67 Millionen Euro aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Niedersachsen stehen derzeit für Projekte im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) als Fördergelder zur Verfügung. Unter anderem Busse mit umweltfreundlichen Antriebssystemen können mit diesen Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gekauft werden. Möglich sind auch die Einrichtung und Betrieb von Mobilitätszentralen. Gefördert wird zudem der Start von flexiblen Bedienformen, bei denen Fahrgäste nach ihrem Bedarf und auf Abruf z.B. in Kleinbussen mitfahren können.

Frank Doods (SPD), Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung sagte zu Beginn der Veranstaltung: „Wir müssen die Mobilität insbesondere mit Blick auf Klimaaspekte neu gestalten. Deshalb brauchen wir flächendeckend gute ÖPNV-Angebote, aber auch die Vernetzung von Verkehrsmitteln. Selbstverständlich muss dafür der richtige Förderrahmen bereitgestellt werden. Vor diesem Hintergrund freut es mich, dass es uns gelungen ist, die drei EFRE-Förderprogramme für die Busbeschaffung, die Einrichtung flexibler Bedienformen und die Einrichtung von Mobilitätszentralen neu aufzulegen – lofinanziert mit Landesmitteln.“

Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachen (LNVG) und NBank haben jetzt auf der gemeinsamen Veranstaltung „Drei Chancen für Ihren ÖPNV“ in Hannover über die EFRE-Gelder informiert. Es gab Vorträge und Stände, an denen konkrete Projekte vorgestellt wurden. Mehr als achtzig Interessierte kamen. Kommunen, Landkreise und Verkehrsunternehmen können auch weiterhin Anträge stellen, sie sind nicht an eine bestimmte Frist gebunden. Siebzig bis neunzig Prozent der Kosten einer Maßnahme, abhängig vom Ort und der zu fördernden Maßnahme, können so gefördert werden.

Der Vorstandsvorsitzende der NBank, Michael Kiesewetter, betonte: „Wir alle stehen vor der großen Herausforderung, Mobilität neu zu denken. Ziel muss es sein, den ÖPNV zu einer zeitgemäßen und noch klimafreundlicheren Alternative zum Individualverkehr zu machen. Die EU und das Land Niedersachsen haben über die NBank Geld dafür bereitgestellt. Mein Appell: Nutzen Sie es. Wir unterstützen Sie bei Ihren Anträgen.“

LNVG-Geschäftsführer Christian Berndt ermunterte die ÖPNV-Aufgabenträger: „Die Anforderungen an den ÖPNV und insbesondere an saubere Fahrzeuge wachsen, die Ressourcen leider nicht. Nutzen Sie daher die Chance, überall da zuzugreifen, wo es noch freie Mittel gibt. Es ist auch kurzfristig möglich, mit Fördermitteln der Europäischen Union und vom Land Niedersachsen einen Anstoß für moderne flexible Angebote, Mobilitätsberatung und saubere Bussen in Ihrer Region zu geben.“ Das alles sei aber nur sinnvoll, wenn es als Grundlage bereits ein gutes Busangebot gebe. Hier sind die Kommunen nach wie vor selbst verantwortlich. Christian Berndt: „Nur die Sahne oben drauf reicht nicht, der Streuselkuchen muss auch drunter.“

Foto: Franke / LNVG

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