Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

VVO stellt Weichen für 2024

08.12.23 (Sachsen) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) hat auf seiner letzten Verbandsversammlung in Weinböhla Bilanz für 2023 gezogen und wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen. Die Entwicklungen in diesem Jahr spiegeln die externen Rahmenbedingungen wider. Waren die ersten Monate noch von Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie geprägt, sorgte seit dem Mai das Deutschlandticket für deutlich steigende Fahrgastnachfrage.

Bis zum Jahresende erwarten die zwölf Unternehmen rund 184 Millionen Fahrgäste, rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Summe der Einnahmen und Ausgleichszahlungen liegt voraussichtlich bei 221,1 Millionen Euro. „Im Namen der gesamten Verbandsversammlung danke ich den über 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei den Unternehmen für ihren täglichen Dienst“, betonte der Vorsitzende des Zweckverbandes, Landrat Michael Geisler (CDU) aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge „Sie halten auch in turbulenten Zeiten Stadt und Land in Bewegung.“

Die Verbandsversammlung, die aus Vertretern der Landkreise Meißen, Bautzen und Sächsische Schweiz – Osterzgebirge sowie der Landeshauptstadt Dresden besteht, hat heute den Haushalt für das kommende Jahr mit einem Volumen von rund 181 Millionen Euro beschlossen. Davon fließen 139,6 Millionen in den Eisenbahnverkehr, 5,1 Millionen an die Schmalspurbahnen und 4,9 Millionen in den Bus- sowie Nachtverkehr. „Damit sichern wir das bestehende umfangreiche Angebot in der Region“, erläutert Landrat Michael Geisler. „Zudem wollen wir im Rahmen der Infrastrukturförderung 7,8 Millionen Euro in den weiteren Ausbau des Nahverkehrs investieren.“

Der Haushalt des Zweckverbandes kann 2024 jedoch nur ausgeglichen werden, wenn der Freistaat Sachsen, wie bereits signalisiert, die zusätzlichen Regionalisierungsmittel des Bundes aus dem „Energiepaket“ und der erhöhten Dynamisierung an die ÖPNV-Zweckverbände weiterreicht. Zusätzlich geplant ist einmalig ein Rückfluss in Höhe von rund 8,5 Millionen Euro aufgrund der aktuell reduzierten Leistung wegen des massiven Personalmangels bei der DB Regio im S-Bahn-Netz und Dieselnetz. „Vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Kosten benötigen wir diese Gelder, um den Status Quo zu sichern“, so Michael Geisler weiter.

Neue Tarifabschlüsse für die Mitarbeiter sowie insbesondere die hohen Kosten für Energie und Material machen eine Tarifanpassung zum 1. April 2024 notwendig. Die Preise im VVO steigen dann um durchschnittlich 7,7 Prozent. Der Preis für eine Einzelfahrt in Dresden steigt um 20 Cent auf 3,20 Euro, in allen anderen Tarifzonen steigt der Preis auf drei Euro. Die Verbandsversammlung hat zudem die Vergabe der Eisenbahnstrecken für die kommenden Jahre beschlossen. Die Nationalparkbahn zwischen Děčín – Bad Schandau – Sebnitz – Dolní Poustevna – Rumburk wird, einem entsprechenden Beschluss des benachbarten Ústecký kraj folgend, bis 2033 von der České dráhy gemeinsam mit DB Regio betrieben.

Foto: Deutsche Bahn AG / Martin Förster

Kommentare sind geschlossen.