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VGN: e-Tarif wird angenommen

04.12.23 (Bayern) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) zieht eine durchwegs positive Zwischenbilanz zur Halbzeit des Pilotprojekts egon. Der elektronische Tarif, bei dem der Fahrpreis anhand der gefahrenen Kilometer ermittelt wird, kommt bei der Mehrzahl der Fahrgäste sehr gut an. Bis Mitte November nutzen bereits mehr als 34.000 Menschen egon für ihre Fahrten in Bus und Bahn. Ganz neu ist die Mitnahmeoption, mit der ab sofort ganz einfach ein weiterer Erwachsener und bis zu insgesamt fünf Kinder oder Fahrräder oder Hunde bei einem egonauten mitfahren können.

„Egon hat sehr schnell Fans gewonnen und viele von ihnen bleiben dem bequemen und flexiblen Modell auch nach Einführung des Deutschlandtickets treu“, berichtet Anja Steidl, Geschäftsführerin des VGN. Gründe dafür zeigt die Marktforschung, die das Pilotprojekt von Anfang an mit begleitet hat: Die befragten Nutzerinnen und Nutzer bewerten vor allem die Einfachheit der App in der Anwendung (über 95 Prozent) und des Tarifs (77 Prozent) sowie die attraktive Preisgestaltung als sehr gut oder gut. Daneben werden die Flexibilität (17 Prozent) und die Möglichkeit ohne Abo-Bindung zu fahren (21 Prozent) als Vorteile gegenüber dem D-Ticket genannt. Über drei Viertel der Befragten wollen egon auch in Zukunft nutzen.

„Das Deutschlandticket ist sehr attraktiv für regelmäßige ÖPNV-Nutzer, egon bietet dagegen hohe Flexibilität und Rabatte auch für alle, die gelegentlich oder ungeplant fahren“, erläutert Steidl die unterschiedlichen Zielgruppen. „Der eTarif ist also die ideale Ergänzung zum Deutschlandticket in unserem Angebot.“

Das zeigen auch die Zahlen: Auch nach Start des Günstig-Abos am 1. Mai steigen die Registrierungen für egon weiter an, wenn auch etwas langsamer als zuvor. Die Anzahl der wöchentlichen Fahrten pendelt sich seither bei etwa 15.000 bis 20.000 Fahrten pro Woche ein, vorher waren es maximal 35.000 wöchentliche Fahrten. Die Pilotphase von egon wird seit dem Start im November 2022 mit einer umfassenden Marktforschung begleitet. Die wertvollen Erkenntnisse und Rückmeldungen nutzt der VGN zur Weiterentwicklung des Angebots, aber auch, um egon fit für den möglichen regulären Betrieb nach Ende der Pilotphase zu machen.

„Uns freut besonders, dass die egonauten aus allen Gebieten im VGN, Geschlechtern und Altersgruppen kommen. Auch ältere Nutzende finden sich mit der digitalen Lösung gut zurecht – jeder fünfte egonaut ist über 55 Jahre alt“, ergänzt Steidl. „Zudem würden neun von zehn Nutzenden egon weiterempfehlen – das zeigt uns, dass wir auf einem sehr guten Weg sind.“

Eine weitere positive Erkenntnis ist, dass der elektronische Tarif viele Menschen dazu bringt, das Auto öfter stehen zu lassen. Fünfzig Prozent der Befragten geben an, den öffentlichen Verkehr mit egon häufiger zu nutzen. Wiederum 42 Prozent geben an, die getätigten Fahrten vorher mit dem PKW gemacht zu haben. Dadurch trägt der elektronische Tarif ganz konkret zur Verkehrsverlagerung bei.

Foto: VAG Nürnberg / Claus Felix

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