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Neuer SPFV-Fahrplan bei der DB AG

14.12.23 (Fernverkehr) Autor:Stefan Hennigfeld

Am letzten Sonntag war auch bei der DB Fernverkehr AG der fahrplanwechsel. Man schafft dabei so viele neue Verbindungen im Fernverkehr wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Durch den stetigen Zulauf neuer Züge kann die DB mehr und schnellere Verbindungen sowie deutlich mehr Sitzplätze zwischen den Metropolen anbieten. Auch die Regionen profitieren von zusätzlichen Verbindungen und neuen Zügen.

Die zweistündlichen Intercity-Fahrten Berlin–Hannover–Osnabrück–Bad Bentheim–Amsterdam werden ab Hannover in beide Richtungen jeweils rund 15 Minuten schneller. Dies wird durch den Einsatz von Mehrsystemlokomotiven, durch die der zeitraubende Lokwechsel an der Grenze entfällt, und ein neues Haltekonzept auf dieser Linie erreicht. Von Hannover nach Berlin entsteht dadurch etwa ein Halbstundentakt im Fernverkehr.

Zwischen Hannover und Amsterdam beträgt die Fahrzeit künftig rund vier Stunden, mit zweistündlichen Abfahrten neu jeweils um etwa 6 bis 18 Uhr. Damit gibt es neu auch ganzjährig täglich eine siebte Fahrt von Amsterdam nach Hannover. Zwei weitere Intercity-Zugpaare ab Hamburg fahren auf der stark nachgefragten Linie in die dänische Hauptstadt mit Zwischenhalt in Schleswig – statt wie bisher nach Aarhus (Norddänemark) mit Halt in Rendsburg und Flensburg. Insgesamt bieten DB und die dänische Bahn DSB damit ganzjährig pro Tag und Richtung fünf, in der Hochsaison bis zu acht Direktverbindungen im Zweistundentakt von/nach Kopenhagen an.

Mit einer neuen zweistündlichen ICE-Linie Berlin–Hannover–Wuppertal–Köln entfällt alle zwei Stunden das Teilen und Kuppeln der Züge in Hamm (Westfalen). So verkürzt sich die Fahrtzeit zwischen Rhein, Leine und Spree um bis zu zehn Minuten und die ICE über Dortmund und Düsseldorf können alle zwei Stunden mit doppelter Kapazität fahren. Insgesamt entstehen so bis zu 25 Prozent mehr Sitzplätze zwischen Berlin und Rhein/Ruhr. Die zusätzlichen Verstärkerzüge Berlin–Hannover–Köln werden beschleunigt und systematischer im Zweistundentakt angeboten.

Sie fahren statt bisher einmal am Tag künftig bis zu drei Mal täglich weiter bis Aachen (ab 20. April auch vier Mal) und fünf Mal aus Aachen nach Hannover. Die Züge dieser Verstärkerlinie halten weiterhin z.B. auch in Herford/Gütersloh bzw. Osnabrück/Münster. Die erste Abfahrt ab Münster via Osnabrück (6.52 Uhr) nach Hannover und Berlin (9.51 Uhr) erfolgt dabei rund 45 Minuten später und 20 Minuten schneller, auch um eine morgendliche Angebotslücke durch die künftig spätere Ankunft des ersten Zuges aus Amsterdam in Osnabrück (8.54 Uhr statt derzeit 8.05 Uhr) nach Berlin zu minimieren.

Wolfsburg erhält neu stündlich statt bisher zweistündlich Halte in der ICE-Linie Berlin–Hannover–Düsseldorf sowie – baubedingt erst ab März – zusätzlich zweistündlich einen Halt in der Linie Berlin–Stendal–Göttingen–Frankfurt Flughafen. Hierbei entstehen für Wolfsburg neu schnelle Direktverbindungen nach NRW und Rhein/Main sowie neue schnelle Umsteigeverbindungen weiter nach Süddeutschland.

Die Sanierung des Schienennetzes geht auch 2024 unvermindert weiter, um für das weitere Verkehrswachstum besser gerüstet zu sein. So beginnt am 15. Juli mit der Generalsanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt/Main und Mannheim das Pilotprojekt der DB auf dem Weg zum Hochleistungsnetz. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024 erneuert die DB die komplette Infrastruktur auf dieser hochbelasteten Strecke, inklusive der Bahnhöfe – mit positiven Effekten für den Zugverkehr in ganz Deutschland.

Ab dem Fahrplanwechsel saniert die DB zudem für rund 72 Millionen Euro den Rauhebergtunnel zwischen Göttingen und Kassel. In dem rund fünf Kilometer langen Bauwerk wird auf einem 350 Meter langen Abschnitt der Untergrund unter der Tunnelsohle erneuert, wofür die DB Gleise, Schotter und Schwellen aus- und später wieder einbaut. Da die komplexen Arbeiten im Tunnel nicht bei laufendem Zugverkehr erledigt werden können, ist die Strecke Göttingen – Kassel bis Ende Februar 2024 gesperrt.

Fernverkehrszüge fahren in dieser Zeit über alternative Strecken bis zu 30 Minuten länger. Aufgrund diesen und weiteren Baustellen wird die Bahn das Angebot auf einigen Verbindungen zeitweise anpassen. Umleitungen und Fahrplanänderungen sind bereits in den Fahrplan eingearbeitet oder werden anlassbezogen bekannt gegeben. Über alle Baumaßnahmen, die kommendes Jahr anstehen, wird die DB AG rechtzeitig informieren.

Siehe auch: Die Schiene wirklich verbessern

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