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DB AG und NASA stellen Studie vor

12.12.23 (Sachsen-Anhalt) Autor:Stefan Hennigfeld

Das Land Sachsen-Anhalt mit der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) und die Deutsche Bahn haben eine gemeinsam finanzierte Machbarkeitsstudie für eine mögliche Reaktivierung der Strecke Barby – Güterglück beauftragt, deren Ergebnisse nun vorliegen. Die umfassende und fundierte Studie hat für die verkehrlichen, technischen, betrieblichen, naturschutzfachlichen und auch juristischen Aspekte sowohl Möglichkeiten als auch Risiken einer Reaktivierung herausgearbeitet.

Untersucht wurde dabei die Strecke Barby – Güterglück und im Sinne einer verkehrlich umfassenden Betrachtung auch die Zulaufstrecke Schönebeck – Abzweig Seehof – Barby sowie die Einfädelung in Güterglück auf die Strecke Magdeburg – Dessau. Ziel der möglichen Reaktivierung wäre eine Umfahrung des hoch ausgelasteten Knotens Magdeburg und damit dessen Entlastung.

Der zweigleisige Streckenabschnitt Magdeburg – Biederitz könnte sich mittelfristig mit der angestrebten Verkehrsverlagerung auf die Schiene zunehmend zu einem Engpass entwickeln. Eine Reaktivierung der 2004 stillgelegten und anschließend freigestellten Strecke Barby – Güterglück würde in rechtlicher Hinsicht den Neubau einer Eisenbahnstrecke bedeuten. Dies hätte auch Auswirkungen auf den Zeit- und Kostenrahmen.

Die Strecke führt im Bereich der Elbe durch mehrere Schutzgebiete, u. a. Flora-Fauna-Habitat, Biosphärenreservat. Daher ist ein Neubau sehr anspruchsvoll. Im Ergebnis zeigte sich auch, dass nur mittels eines umfassenden Ausbaus und dabei u.a. mit einer Dreigleisigkeit zwischen Schönebeck und Abzweig Seehof und einer Zweigleisigkeit zwischen Abzweig Seehof, Barby und Güterglück die verkehrlichen Anforderungen erfüllt werden können.

Allerdings zeigt die Studie sowohl zwischen Schönebeck und Abzweig Seehof als auch im Bereich der Ortslage Güterglück aufgrund der nahen Ortsbebauung trassierungstechnische Herausforderungen auf. Des Weiteren bedarf es laut Studie eines Neubaus einer mehrgleisigen Elbbrücke bei Barby. Die bestehende Brücke könnte nur mit hohem Aufwand für eine begrenzte Restnutzungsdauer ertüchtigt werden. Die mit dem gesamthaften Ausbau zwischen Schönebeck und Güterglück und der Reaktivierung des Abschnitts Barby – Güterglück einhergehenden Kosten werden derzeit grob auf rund 520 Millionen Euro geschätzt.

Peter Panitz, Geschäftsführer des SPNV-Aufgabenträgers Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH: „Gemeinsam mit der Deutschen Bahn haben wir eine Diskussionsgrundlage geschaffen, die zeigt, dass die Schaffung einer zusätzlichen Achse für den Güter- und den Personenverkehr grundsätzlich möglich ist. Es ist nun Sache des dafür verantwortlichen Bundes, abzuwägen, ob dies mit dieser Verortung Barby-Güterglück auch vor dem Hintergrund der dafür erforderlichen Kosten und Eingriffe weiterverfolgt wird oder alternative Lösungen gesucht werden. Die DB AG und das Land werden dazu das Gespräch mit dem Bund zu suchen.“

Foto: _Alicja_

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