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Machbarkeitsstudie in Sachsen-Anhalt

23.11.23 (Sachsen-Anhalt) Autor:Stefan Hennigfeld

Das Land Sachsen-Anhalt mit der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH und die Deutsche Bahn haben eine gemeinsam finanzierte Machbarkeitsstudie für eine mögliche Reaktivierung der Strecke Barby – Güterglück beauftragt, deren Ergebnisse nun vorliegen. Die umfassende und fundierte Studie hat für die verkehrlichen, technischen, betrieblichen, naturschutzfachlichen und auch juristischen Aspekte sowohl Möglichkeiten als auch Risiken einer Reaktivierung herausgearbeitet.

Untersucht wurde dabei die Strecke Barby – Güterglück und im Sinne einer verkehrlich umfassenden Betrachtung auch die Zulaufstrecke Schönebeck – Abzweig Seehof – Barby sowie die Einfädelung in Güterglück auf die Strecke Magdeburg – Dessau. Ziel der möglichen Reaktivierung wäre eine Umfahrung des hoch ausgelasteten Knotens Magdeburg und damit dessen Entlastung. Der zweigleisige Streckenabschnitt Magdeburg – Biederitz könnte sich mittelfristig mit der angestrebten Verkehrsverlagerung auf die Schiene zunehmend zu einem Engpass entwickeln.

Eine Reaktivierung der 2004 stillgelegten und anschließend freigestellten Strecke Barby – Güterglück würde in rechtlicher Hinsicht den Neubau einer Eisenbahnstrecke bedeuten. Dies hätte auch Auswirkungen auf den Zeit- und Kostenrahmen. Die Strecke führt im Bereich der Elbe durch mehrere Schutzgebiete, u. a. Flora-Fauna-Habitat, Biosphärenreservat.

Daher ist ein Neubau sehr anspruchsvoll. Im Ergebnis zeigte sich auch, dass nur mittels eines umfassenden Ausbaus und dabei u.a. mit einer Dreigleisigkeit zwischen Schönebeck und Abzweig Seehof und einer Zweigleisigkeit zwischen Abzweig Seehof, Barby und Güterglück die verkehrlichen Anforderungen erfüllt werden können. Allerdings zeigt die Studie sowohl zwischen Schönebeck und Abzweig Seehof als auch im Bereich der Ortslage Güterglück aufgrund der nahen Ortsbebauung trassierungstechnische Herausforderungen auf.

Des Weiteren bedarf es laut Studie eines Neubaus einer mehrgleisigen Elbbrücke bei Barby. Die bestehende Brücke könnte nur mit hohem Aufwand für eine begrenzte Restnutzungsdauer ertüchtigt werden. Die mit dem gesamthaften Ausbau zwischen Schönebeck und Güterglück und der Reaktivierung des Abschnitts Barby – Güterglück einhergehenden Kosten werden derzeit grob auf rund 520 Millionen Euro geschätzt. Martin Walden, Konzernbevollmächtigter der DB für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: „Die Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass eine Reaktivierung der Strecke Barby – Güterglück technisch möglich ist.

Für einen nachhaltigen verkehrlichen Nutzen insbesondere für den Güterverkehr wäre zudem ein mehrgleisiger Ausbau und eine Elektrifizierung notwendig. Damit haben wir einen möglichen Lösungsansatz für eine gegebenenfalls notwendige Entlastung des Magdeburger Knotens erarbeitet.“ Auf Basis dieser Ergebnisse werden das Land und die DB AG den Austausch mit dem Bund hinsichtlich der Schieneninfrastrukturentwicklung im Knoten Magdeburg suchen.

Foto: Furbymama

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