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Hochbahn baut ersten reinen E-Bushof

24.11.23 (Hamburg) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Bau des ersten reinen E-Bus-Betriebshofes Hamburgs kann starten. Im Sommer 2026 werden von dem neuen Hochbahn-Standort in Meiendorf 130 umweltschonende E-Busse vornehmlich den Hamburger Nordosten bedienen. Nachdem die Baugenehmigung durch das zuständige Bezirksamt Wandsbek vorliegt, können noch im Dezember die ersten Vorbereitungen beginnen. Im Januar folgen dann die Erdarbeiten, im Frühjahr wird die Baugrube ausgehoben.

Jens-Günter Lang, Technik-Vorstand der Hochbahn: „Meiendorf wird der erste Busbetriebshof ohne Dieselbus. Von ihm starten nur umweltschonende E-Busse. Für die Umstellung der Busflotte auf emissionsfreie Antriebe müssen nicht nur ausreichend Busse angeschafft werden, sondern auch die komplette Infrastruktur muss neu aufgebaut werden. Wir sind sehr froh, dass wir in Meiendorf einen idealen Standort gefunden haben, damit ab 2026 auch im Nordosten Hamburgs umweltschonende E-Busse unterwegs sind.“

Mit Blick auf die wachsende Busflotte erweitert die Hochbahn kontinuierlich die notwendige Infrastruktur. Emissionsfreie Busse fahren derzeit von den Betriebshöfen Alsterdorf und Hummelsbüttel. Die weiteren Busbetriebshöfe werden nach und nach auf emissionsfreie Antrieb umgerüstet. Hinzu kommen weitere neue Standorte: Auf der Veddel entsteht mit dem Zusammenhub ebenfalls ein reiner E-Bus-Betriebshof, unweit davon eine neue Zentralwerkstatt für den Hamburger Süden.

Auch die Umstellung der Busflotte läuft planmäßig: Ende 2023 werden schon rund 230 emissionsfreie Busse bei der Hochbahn eingesetzt. Bis 2030 soll die komplette Busflotte der Hochbahn mit derzeit mehr als 1100 Fahrzeugen emissionsfrei unterwegs sein. Der neue Busbetriebshof wird rund 28.000 Quadratmeter groß und künftiger Einsatzort für rund 130 Solo- und Gelenkbusse. Zu dem Busbetriebshof gehören neben Verwaltungs- und Sozialbereichen auch Werkstätten und Waschanlagen, in denen die Busse vorbereitet, gewartet, repariert und gepflegt werden.

Abgestellt werden die Busse unter Carports, die mit der erforderlichen Ladeinfrastruktur ausgerüstet sind. Bestechend für das Neubauprojekt ist die konsequente nachhaltige Ausrichtung: Alle Dächer werden begrünt, mit Photovoltaikanlagen bestückt und als Regenwasserspeicher genutzt. Das gesammelte Regenwasser wird in der Waschanlage verwendet und anschließend wieder aufbereitet. Die Abwärme der Ladetechnik wird für die Wärmeversorgung des Hofes genutzt. Fassaden und Schallschutzwände werden begrünt.

Letztere sollen frühzeitig errichtet werden, um schon während der Bauphase mögliche Einschränkungen für die Anwohner zu minimieren. Nach der Betriebsaufnahme halten sie nicht nur Lärm-, sondern auch Lichtemissionen der an- und abfahrenden Busse zurück. Der Betriebshof wird künftig für eine bessere Erschließung des Hamburger Nordostens (vor allem Bergstedt, Volksdorf, Rahlstedt, Sasel sowie Farmsen-Berne) mit elektrischen Linienbussen sorgen.

Fotomontage: Hamburger Hochbahn AG

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