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18. Mitteldeutscher Omnibustag

28.11.23 (Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Zum 18. Mal fand der Mitteldeutsche Omnibustag, die größte Branchenveranstaltung für Brandenburg, Sachsen und Thüringen statt. Rund 170 Mobilitätsexperten trafen sich in Landsberg bei Halle zum intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch bei Vorträgen, Diskussionen und Fachausstellung. Im Mittelpunkt stand der Omnibus im öffentlichen Personennahverkehr sowie in der Bustouristik.

Dieser bildet in beiden Bereichen eine tragende Säule im Mobilitätskonzept von heute und morgen, bietet er doch nach wie vor die sicherste und umweltfreundlichste Beförderungsmöglichkeit unter allen Verkehrsträgern. In Vorträgen und Ausstellung wurde klar, dass die Branche aktiv an Lösungen für die Zukunft arbeitet. Es fehlt jedoch die staatliche Unterstützung.

Für die gesetzlich verankerte Verkehrs- und Klimawende sind die Beförderungsunternehmen dank Unterstützung ihrer Verbände und der Partner aus der Wirtschaft sehr gut aufgestellt. Das Angebot ist für Fahrgäste bequem digital abrufbar, die Taktung wird immer dichter, die Fahrzeughersteller arbeiten mit Hochdruck an immer reichweitenstärkeren E-Bussen samt intelligentem Speichermanagement. Dem Fachkräftemangel begegnen die Unternehmen mit aufmerksamkeitsstarken Kampagnen und attraktiven, flexibel gestalteten Jobangeboten.

All diese positiven Entwicklungen wurden in den Vorträgen und in der Fachausstellung mit vierzig Anbietern beim Mitteldeutschen Omnibustag deutlich sichtbar. Was den meist mittelständisch geführten Privatunternehmen jedoch für ihre Fahrt Richtung Zukunft fehlt, sind realistische gesetzliche Rahmenbedingungen und eine deutlich verschlankte Bürokratie: Niemand weiß, ob und in welchem Umfang es ab 2025 noch Ausgleichszahlungen für das von der Bundesregierung mit hohem Zuspruch eingeführte Deutschlandticket gibt.

Damit steht die Daseinsvorsorge auf dem Spiel. Ohne den Ausgleich der fehlenden Fahrgeldeinnahmen im Vergleich zu den Normaltarifen kann das Qualitätsangebot im Linienverkehr nicht aufrechterhalten werden. Die Omnibusunternehmen werden immer abhängiger von staatlichen Zuwendungen, statt wie früher selbst in größerem Umfang wirtschaftlich agieren zu können.

Damit nicht nur Stadtbewohner, sondern auch Bürgerinnen und Bürger auf dem Land von dem Einheitstarif profitieren, müsste das Angebot in der Fläche vom Staat massiv ausgebaut werden. Dann könnte das überaus erfolgreiche bundesweite Konzept Plusbus/Taktbus in weiteren Regionen Mitteldeutschlands eingeführt werden.

Die Förderung für Elektrobusse ist zu siebzig Prozent eingebrochen, für Omnibusunternehmen ist die Finanzierung damit unerschwinglich. Die Klimawende ist so nicht zu schaffen. Für die gesetzlich geforderte Umstellung auf Elektrobusse fehlt es massiv an Ladeinfrastruktur, um den Linienverkehr auf gewohnt hohem Niveau fortsetzen zu können. Im Vergleich zu konventionellen Dieselbussen ist keine der sogenannten alternativen Traktionsarten ohne Fördergelder marktfähig.

Foto: Omnibus Service GmbH

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