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Sachsen-Anhalt: Bessere ICE-Anbindung gefordert

14.07.23 (Fernverkehr, Sachsen-Anhalt) Autor:Stefan Hennigfeld

Sachsen-Anhalt müsse deutlich bessere Anbindungen an das Fernverkehrsnetz der Bahn bekommen, sagte die Landesministerin für Infrastruktur und Digitales Lydia Hüskens (FDP) bei der Vorstellung eines entsprechenden Strategiepapiers, das in einen Forderungskatalog an den Bund und die Deutsche Bahn AG münden wird. Handlungsbedarf gebe es überall im Land, betonte die Ministerin.

„Neben Halle muss aber endlich auch Magdeburg auf ICE-Niveau an die Metropolen Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main sowie über Hannover weiter nach Westdeutschland und an die benachbarten Wirtschaftsräume Rostock und Dresden angebunden werden“, betonte sie. Nicht zuletzt mit Blick auf die bevorstehende Ansiedlung von INTEL nahe der Landeshauptstadt und den Aufbau des „Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ in Halle sei die Ausweitung der Fernverkehrsangebote im Land alternativlos, um die zu erwartenden Pendler- und Besucherströme bewältigen zu können, hob Hüskens hervor.

Im Zentrum der Forderungen des Landes an den Bund und die DB AG stehen mehrere zusätzliche ICE-Achsen. „Berlin soll langfristig mit einem ICE aus Magdeburg erreichbar sein. Mittelfristig ist eine Verdichtung des InterCity-Taktes auf ein mindestens zweistündliches Angebot absolut notwendig“, nannte Lydia Hüskens wesentliche Details aus dem Strategiepapier des Landes. Die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) habe sehr konkrete und vor allem auch realistische Lösungsvorschläge ausgearbeitet, wie das künftige Fernverkehrskonzept in Sachsen-Anhalt ausgestaltet werden müsse, sagte die Ministerin im Pressegespräch.

Grundvoraussetzung sei natürlich ein umfassender Ausbau der Infrastruktur, die deutlich höhere Streckengeschwindigkeiten zulasse. Beispielsweise müsse die Achse Halle-Magdeburg-Stendal-Wittenberge auf 200 Kilometer pro Stunde ausgebaut werden, um den ICE-Verkehr weiter zu beschleunigen, hob sie hervor.

Großes Potenzial für eine Erweiterung des Angebotes bietet die Einbindung Sachsen-Anhalts in die stark nachgefragte Nord-Süd-Achse Hamburg-München. Sie verläuft aktuell über Hannover oder Berlin. Ein dritter Weg über Magdeburg würde schon unter jetzigen Bedingungen nur eine geringe Fahrtzeitverlängerung bedeuten und die beiden anderen Routen merklich entlasten. Die DB AG plant bereits in den nächsten Jahren den Ausbau der Strecke Magdeburg-Stendal.

„Im Zuge dessen muss die fahrbare Geschwindigkeit von derzeit 120 auf zunächst 160 Kilometer pro Stunde erhöht werden“, forderte die Ministerin. Durch eine Verlängerung der Fernverkehrslinie Magdeburg-Berlin in Richtung Halberstadt könne auch eine leistungsfähige touristische Achse zwischen der Bundeshauptstadt und dem Harz geschaffen werden, nannte Hüskens ein drittes Beispiel aus dem Strategiepapier. In den kommenden acht Jahren steht ein umfassendes Bauprogramm in Sachsen-Anhalt an, an dessen Ende auch der SPFV profitieren müsse.

Foto: Deutsche Bahn AG / Wolfgang Klee

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