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Eisenbahner mit Herz 2023 prämiert

15.05.23 (Allgemein) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Allianz pro Schiene hat ihre aktuellen Eisenbahner der Herzen vorgestellt. Schon zum 13. mal wird die Auszeichnung vergeben und soll in der Öffentlichkeit einen Gegenpunkt zum noch immer vorherrschenden Bild unmotivierter Mitarbeiter aus der Zeit der längst abgeschafften Behördenbahn darstellen.

Der erste Preis geht an Jochen Dietz von der Albtal Verkehrsgesellschaft mbH. Ein älterer herr, der während eines Stellwerksproblems in einer Straßenbahn feststeckte, musste dringend zur Toilette – die es im Zug nicht gab. Zum Glück ist Lokführer Jochen Dietz an Bord. Er nimmt ein regelrechtes Toiletten-Abenteuer auf sich, damit sich der Fahrgast erleichtern kann. Warnwesten anlegen, Gleise überqueren, Leitplanken überklettern, den älteren Herrn zum Fahrdienstleiter am nächsten Bahnhof führen – und dort endlich zur Toilette gehen.

Der zweite Preis geht an die Zugbegleiterin Kirstin Schley von DB Regio Mitte. Sie kontrolliert gerade die Zugtickets im Regionalzug zwischen Kaiserslautern und Homburg. Dabei stellt sie fest, dass eine Reisende versehentlich in den falschen Zug gestiegen ist. Das ist aus vielen Gründen ärgerlich: Denn an diesem Abend fährt kein Zug mehr zurück nach Kaiserslautern. Und die Reisende hat schon ein Fernbusticket von Kaiserslautern nach Dresden gekauft.

Kirstin Schley bietet ihr daraufhin das Rundum-Sorglos-Paket an: Sie macht eine Nachtbusverbindung von Saarbrücken nach Dresden ausfindig – und bezahlt das Ticket aus eigener Tasche, weil die Bahnfahrerin kein Geld dabei hat. Danach organisiert Kirstin Schley noch ein Taxi, das die Dame – die im Rollstuhl sitzt – in Saarbrücken zum Busbahnhof bringt. Von dort fährt sie schließlich doch noch nach Dresden. Die beiden tauschen Telefonnummern, und am nächsten Morgen ist Kirstin Schley erleichtert, dass die Reisende aller Umstände zum Trotz gut angekommen ist.

Den dritten Preis teilen sich Sebastian Rösner und Andreas Immekeppel von der zu Transdev gehörenden Rhein-Ruhr-Bahn. Zwischen Coesfeld und Essen beschallen Fahrgäste ein ganzes Abteil mit ihrer Musik. Der Streit eskaliert. Als Zugbegleiter Sebastian Rösner sich umdreht, steht ein Fahrgast mit aufgeplatzter Nase und Lippe vor ihm, das T-Shirt schon blutgetränkt. Er verarztet den Fahrgast und ruft Lokführer Andreas Immekeppel zur Hilfe, der entschlossen durchgreift und die Störenfriede am nächsten Bahnhof vor die Tür setzt. Die übrigen Fahrgäste sind erleichtert, dass das Duo die gefährliche Situation schnell auflöst.

Ein Sonderpreis geht an Robert Gottschalk, von der ebenfalls zu Transdev gehörenden Nordwestbahn. Auf dem Weg nach Göttingen steht kurz vor dem Bahnhof Bodenfelde ein Mann im Gleis, der mit den Armen wedelt und aufs Gleisbett zeigt. Robert Gottschalk bremst den Zug ab. Ein Kater liegt fast regungslos im Gleisbett. Robert Gottschalk nimmt ihn mit in den Führerstand, wickelt ihn in eine Warnweste und dreht die Heizung hoch. Wie sich rausstellte, wurde der Kater von militanten Tierhassern vergiftet.

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