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S-Bahnausbau rund um Nürnberg

15.12.22 (Bayern) Autor:Stefan Hennigfeld

Der S-Bahn-Ausbau zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen geht voran. Nach der offiziellen Inbetriebnahme des neuen barrierefreien Haltepunkts Fürth-Klinikum haben Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) und Bayerns DB-Konzernbevollmächtigter Klaus-Dieter Josel letzte Woche auch den Bahnhof Eltersdorf besucht und sich über den Baufortschritt informiert.

Dort finden derzeit Bauarbeiten statt, um in Zukunft auch den Mittelbahnsteig anfahren zu können, womit der Haltepunkt vollständig barrierefrei nutzbar wird. Gleichzeitig soll damit der gesamte Bahn-Verkehr zwischen Fürth und Erlangen stabilisiert werden. Angesichts von Verzögerungen beim Bau bittet Verkehrsminister Bernreiter die DB, die Maßnahme weiter mit höchster Priorität zu behandeln und schnelle Lösungen zu finden.

Ende November 2022 hat Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag mit der Deutschen Bahn zur Maßnahme in Eltersdorf geschlossen. Dieser sieht den Bau vier neuer Weichen und eines Verbindungsgleises vor, um den Mittelbahnsteig anfahren und die S-Bahn-Station vollständig barrierefrei nutzen zu können. Zudem ist ein neuer Bahnsteigzugang aus Süden vorgesehen, um die Erreichbarkeit für die Fahrgäste zu verbessern.

Die derzeitigen wenig fahrgastfreundlichen Bahnsteigprovisorien können dann abgebaut werden. Der Freistaat verpflichtet sich, die Kosten für den Bau mit rund 14 Millionen Euro nahezu vollständig zu übernehmen. Die DB Netz AG beteiligt sich mit einem Betrag von 750.000 Euro.

Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Bayern bekräftigt: „Gemeinsam mit dem Freistaat und den Städten haben wir bereits viel geschafft: Zwölf S-Bahn-Stationen entlang der S-Bahnlinie S1 sind umfassend barrierefrei modernisiert oder neu entstanden. Zusätzliche Gleise und Weichen haben die Kapazität auf der Schiene erhöht. Auch die Bauarbeiten am S-Bahnhof Eltersdorf gehen jetzt mit Hochdruck weiter.“

Obwohl der Mittelbahnsteig am Haltepunkt in Eltersdorf seit 2015 fertiggestellt ist, müssen die S-Bahnen dort weiterhin an den Außengleisen halten, die auch vom Fern-, Regional- und Güterverkehr genutzt werden. Denn das ursprünglich geplante zusätzliche S-Bahn-Gleis im Rahmen des sogenannten „Fürther Verschwenks“, über das die Station in Eltersdorf angebunden werden sollte, konnte aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts nicht realisiert werden.

Die Fahrgäste in Eltersdorf müssen deshalb zwei nicht barrierefreie Bahnsteigprovisorien an den Außengleisen nutzen. Die Situation ist wegen der hohen Zugzahlen im Nadelöhr zwischen Fürth und Eltersdorf anfällig für Verspätungen. Vier neue Weichen sowie ein Verbindungsgleis sollen Abhilfe schaffen und die bestehenden Gleise in Zukunft mit dem Mittelbahnsteig verbinden. Schnellere Fernverkehrszüge können dann die langsameren S-Bahnen überholen. Verbesserungen wird es ab Dezember 2023 geben.

Foto: Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski

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