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BRB erneuert Kritik an DB Netz

13.07.22 (Bayern, Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Bayrische Regiobahn (BRB) erneuert ihre Kritik am Baustellenmanagement der DB Netz AG. So gibt es im gesamten Netz Oberland Probleme mit dem Flügelkonzept, weil Zugteile wegen einer Langsamfahrstelle nicht rechtzeitig erreichen. Diese soll nach derzeitigem Stand zwischen dem 25. Juli und dem 12. August aufgehoben werden. Allerdings entfallen in der Zeit die ersten beiden und die letzten beiden Züge von Montag bis Freitag.

Das bedeutet wieder Schienenersatzverkehr mit Bussen. Zwischen Weilheim und Dießen gab es jüngst sogar eine Vollsperrung, weil es keine Fahrdienstleiter für die Stellwerke gab. Dazu noch „Kleinigkeiten“ wie Bahnübergangsstörungen, Signalstörungen und ähnliches, was sich ebenfalls häuft. Die tägliche Liste der Störungen wird immer länger und damit werden die Verspätungen immer mehr. Im Netz Chiemgau-Inntal kommen noch Pass- und Zollkontrollen hinzu, die ebenfalls viel Zeit kosten.

Die Ursachen bei der DB Netz AG sieht BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann in dortigem Personalmangel, zu vielen Aufträgen für zu wenig Personal, und zu wenigen Firmen, die die Aufträge abarbeiten können. „Die Antworten auf meine drängenden Fragen nach der Beseitigung der Mängel sind immer die gleichen“, sagt der sichtlich genervte BRB-Chef, „man bemühe sich und versuche zu beschleunigen und zu verbessern. Das ist für mich reine Hinhaltetaktik und bringt uns sowie den frustrierten Fahrgästen gar nichts.“

Diese Salami- und Hinhaltetaktik führt dazu, dass Tag für Tag kurzfristig Fahrplanänderungen durchgerechnet und in die Fahrgastinformationssysteme eingepflegt werden müssen. Aufgrund der Vorlaufzeiten der diversen Informationskanäle sowie der Schwierigkeit, Prognosen für die Weiterfahrt abzugeben, ist eine ordentliche Fahrgastinformation nicht immer möglich.

Was Schuchmann obendrein noch Sorgen macht, sind die Trassengebühren, die für jeden Kilometer, den die BRB in ihren fünf Netzen fährt, zu zahlen sind. Diese Gebühren betragen pro Woche rund 1,5 Millionen Euro, egal, ob die Strecke in einwandfreiem Zustand ist oder nicht. „Wenn ich eine Mietwohnung habe, zahle ich doch auch nicht den vollen Preis, wenn es zum Dach hineinregnet“, vergleicht Schuchmann. Dann sei eine Mietminderung fällig, diese wird aber von DB Netz und Politik für den Schienennahverkehr bis heute abgelehnt.

Foto: Transdev

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