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AVV: Corona prägt Jahr 2021

04.07.22 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

In 2021 hat die Corona-Pandemie das zweite Jahr in Folge die Bilanz der Verkehrsunternehmen im Aachener Verkehrsverbund (AVV) geprägt. Die Pandemie und ihre Auswirkungen – wie der erhebliche Rückgang der Fahrgastzahlen und die damit verbundenen Einnahmenausfälle bei nahezu unverändertem Angebot – stellen die Verkehrsunternehmen vor große Herausforderungen. Die Verkehrsunternehmen erwirtschafteten 2021 aus dem Verkauf von Verbundtickets rund 92,2 Millionen Euro. Damit waren die Gesamteinnahmen zwar ähnlich wie in 2020 – aber im Vergleich weiterhin deutlich unter den 104,4 Millionen Euro von 2019.

„Aufgrund der weiteren Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch wir uns gemeinsam mit allen relevanten Akteuren für die Fortführung des Rettungsschirms eingesetzt. Wir sind Bund und Land dankbar, dass die erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie auf den ÖPNV durch den Rettungsschirm weitgehend aufgefangen werden können, um den Nahverkehr als Rückgrat der Verkehrswende auch künftig stark zu positionieren“, so Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer von AVV und Nahverkehr Rheinland (NVR).

Auch wenn die statistisch ermittelte Anzahl der Fahrgäste leicht um 1,6 Prozent auf 71,5 Millionen stieg, spiegelten sich die im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 immer noch niedrigeren Fahrgastzahlen auch in 2021 erneut im Ticketverkauf wider. Im Bartarif (Einzeltickets, 24-Stunden- und Tagestickets) war im Vergleich zu 2020 eine Steigerung von insgesamt 15,4 Prozent – bei Einzel-Tickets sogar um 25,7 Prozent – zu verzeichnen.

Ein Grund dafür war sicher, dass die 2021 im Vergleich zum Vorjahr wesentlich gelockerten Coronamaßnahmen wieder mehr Freizeitverkehre ermöglichten. Bei den Zeitkarten für Erwachsene gab es hingegen teils deutliche Rückgänge, etwa beim Monats-Abo um -11,7 Prozent. „Pandemiebedingt reagierten die Kunden verhalten und entschieden sich nicht regelmäßig für ein ÖPNV-Abo, worauf wir u.a. mit einem Schnupper-Abo und einer Stammkunden-Treueaktion reagiert haben und auch im kommenden Herbst reagieren werden“, so Hans-Peter Geulen, AVV-Geschäftsführer.

Erfreulich hingegen: Bei den Job-Tickets konnte mit einem Einnahmenplus von rund 15 Prozent aufgrund verschiedener neuer Arbeitgeber nochmals ein großer Zuwachs verzeichnet werden. Mit Blick in die Zukunft zeigt sich Hans-Peter Geulen optimistisch: „Mit der von den Verkehrsunternehmen und dem Verbund entwickelten Vertriebsplattform entsteht eine Lösung mit großem Zukunftspotenzial, denn sie bietet allen Beteiligten die Chance, sich neu im Markt und gegenüber den Fahrgästen zu positionieren. Die Vertriebsplattform setzt dabei ein klares Zeichen für eine einheitliche Mobilitätswelt im AVV und NVR.“

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