Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

NVR: Bahnhofsqualität gestiegen

15.06.22 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland (NVR) hat seinen aktuellen Bahnhofsbericht vorgestellt. Diesmal wurden beinahe alle Stationen erstmals zwei Mal komplett von den NVR-Profitestern in Augenschein genommen mit Ausnahme der beiden von Unwetter Bernd betroffenen Stationen Swisttal-Odendorf und Euskirchen-Kuchenheim auf der Linie S 23. Es ist die neunte Auflage des 2013 eingeführten Berichtes.

Merkmale wie die Sauberkeit, der Zustand von Sitzgelegenheiten, Abfallbehältern und Vitrinen oder das Vorhandensein eines Wetterschutzes untersucht und bewertet wurden. Die Anzahl der Bahnhöfe und Haltestellen mit nicht mehr akzeptablen Mängeln ist gesunken und befindet sich nun wieder auf dem Stand von 2019: Sie sank von zehn Prozent (21 Stationen) in 2020 auf vier Prozent (acht Stationen) in 2021.

Die Anzahl der als noch akzeptabel eingestuften Stationen ist ebenfalls gesunken, von 27 Prozent (53 Stationen) in 2020 auf 21 Prozent (42 Stationen) in 2021. Der größte Handlungsbedarf besteht an den Stationen Köln-Müngersdorf Technologiepark (79,28 Prozent) und Wegberg (80,24 Prozent). Den dritt- und viertletzten Platz belegen die beide von der RB 38 im Rhein-Erft-Kreis angefahrenen Stationen Quadrath-Ichendorf (80,39 Prozent) und Bergheim (Erft) (80,86 Prozent).

Zu negativen Auswirkungen bei der Bewertung hat wie im vergangenen Jahr vor allem das Thema Sauberkeit geführt. Auch wenn sich der Durchschnittswert bei den Graffiti im Zugangsbereich am deutlichsten verbessert hat (+13,7 Prozent) liegt der Wert immer noch bei lediglich 82,3 Prozent. Zuständig für die Beseitigung der Graffiti ist nicht in jedem Fall der Stationsbetreiber, da die betroffenen Zugangsbereiche oftmals im kommunalen Besitz liegen. Für die Bewertung des Erscheinungsbilds wurden sowohl die Zugangsbereiche als auch die Bahnsteige nach einheitlicher Methodik bewertet.

In einigen Fällen finden sich die Verunreinigungen mit Graffiti auch an Fassaden, die sich in privatem Besitz befinden. In den letzten Jahren ist es zu einer erheblichen Zunahme von Graffiti an Stationen gekommen. Die Beseitigung dieser verursacht hohe Kosten. Um den Verunreinigungen durch Graffiti entgegenzuwirken, haben sich Kunst-Graffiti als wirksames Mittel bewährt. So wurden beispielsweise im Herbst 2021 am Haltepunkt Duckterath in Bergisch Gladbach-Gronau die Treppenaufgänge neugestaltet.

NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober: „Es freut mich, dass diesmal deutlich mehr Stationen in der besten Kategorie gelandet sind. Dies zeigt, dass die gemeinsamen Anstrengungen des NVR und der Stationsbetreiber Früchte tragen. Wir werden weiterhin ein wachsames Auge haben und überall dort, wo es Probleme gibt, mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Um weitere Verbesserungen zu erzielen, wurden gerade Stationen aus dem nicht mehr akzeptablen Bereich in Modernisierungsprogramme aufgenommen. Zudem haben wir mit der DB das Bahnhofsentwicklungsprogramm ins Leben gerufen.“

Foto: Nahverkehr Rheinland

Kommentare sind geschlossen.