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Kölner Bahnknotenkonferenz

20.06.22 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Im engen Schulterschluss planen der Nahverkehr Rheinland (NVR) und die Deutsche Bahn die Modernisierung des Bahnknoten Köln. Um einen entsprechenden Überblick ging es auf der vierten Kölner Eisenbahnkonferenz letzte Woche. An der Fachveranstaltung im Congress Centrum Nord der Koelnmesse nahmen rund 350 Vertreter aus der Politik und der Wirtschaft, von Städten, Gemeinden und Kreisen sowie von politischen Interessensverbänden teil.

Am Programm beteiligten sich u.a. Susanne Henckel, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), Ina Brandes (CDU), Ministerin für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie Frank Sennhenn, Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG, mit Impulsvorträgen und in Gesprächsrunden. Jährlich passieren 440.000 Züge den Kölner Hauptbahnhof. In der Vor-Corona-Zeit wurden hundert Millionen Fahrgäste im Jahr gezählt.

NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober: „Wir bekommen ohne einen Ausbau nicht noch mehr Züge durch den Knoten. Daher müssen wir den Ausbau mit Hochdruck weiter vorantreiben, um die gewünschten Klimaziele durch mehr Umstieg auf den nachhaltigeren Schienenpersonennahverkehr erreichen zu können. Wir sind sehr froh, dass wir gemeinsam mit den Gutachtern wirkungsvolle Maßnahmen identifizieren konnten, die jede für sich aber vor allem im Zusammenspiel den Knoten auf ein ganz neues Niveau heben werden.“

Für viele Projekte für den Ausbau der S-Bahn laufen die Planungen, so für die S 11 und die Erftbahn (RB 38). Für die S 6 und weitere Projekte im Rheinischen Revier wird derzeit die Finanzierung verhandelt. Für mehr Kapazität auf der Schiene wird die DB zusätzlich die Westspange ausbauen und einige wichtige Kreuzungsbauwerke neu bauen. Das Ziel: Unterschiedlich schnelle Züge fahren nicht mehr auf demselben Gleis und bremsen sich nicht mehr gegenseitig aus.

Zusätzliche Kreuzungen sorgen dafür, dass der Verkehr flüssiger im Knoten laufen kann. Bereits jetzt baut die DB u.a. den Rhein-Ruhr-Express (RRX) zwischen Köln und Düsseldorf aus. Mit jedem Kilometer neuem Gleis, mit jeder neuen Weiche wird mehr Kapazität geschaffen. Der Bau der neuen elektronischen Stellwerke in Köln und das Zugleitsystem ETCS helfen dabei, die Taktfolgen der Züge zu verkürzen. Mit den vom Land NRW finanzierten Maßnahmen zum „robusten Netz“ kann die DB zusätzliche Weichen und Signale bauen, die gerade bei Baustellen und Störungen helfen, die Auswirkungen für die Betriebsstabilität zu reduzieren.

Norbert Reinkober: „Draußen an den Strecken passiert richtig viel. Man kann ohne falsche Bescheidenheit sagen, dass wir gemeinsam mit der DB die Region infrastrukturell voranbringen. Dass dies in partnerschaftlichem Miteinander so gut gelingt, dafür bin ich den Kolleginnen und Kollegen sehr dankbar.“

Metropolregionen brauchen einen attraktiven Nahverkehr. Daher steht für die Kölner sowie die Pendler der Ausbau der S-Bahn im Fokus. Die Streckenlänge des S-Bahn-Netzes wird sich im Vergleich zum Ist-Zustand durch den Ausbau verdoppeln. Am weitesten in den Planungen fortgeschritten ist der Ausbau der S 11.

Mit dem Ausbau der S-Bahn-Stammstrecke für die S 11, bei dem DB noch 2022 mit einem ersten Abschnitt in die Planfeststellung gehen wollen, wird für den Streckenteil zwischen Köln und Bergisch Gladbach ein annähernder Fünf-Minuten-Takt statt des aktuellen Zwanzig-Minuten-Takts in der Hauptverkehrszeit realisiert. Möglich machen dies die neuen S-Bahnlinien 10 und 14, die die Leistungen der S 11 ergänzen werden. Auf der S-Bahn-Stammstrecke in Köln können künftig 24 statt aktuell 18 S-Bahnen pro Stunde und Richtung fahren. Das entspricht einem verlässlichen 150-Sekunden-Takt.

Landesverkehrsministerin Ina Brandes (CDU): „Wir setzen uns dafür ein, dass die Menschen verlässlich, bezahlbar und klimafreundlich mit Bus und Bahn fahren können, denn gute Mobilität ist ein Grundbedürfnis. Deshalb brauchen wir mehr leistungsfähige Knotenpunkte in Nordrhein-Westfalen. Der Bahnknoten Köln soll durch ein kluges Ausbaukonzept und flankierende Maßnahmen zukünftig seiner regionalen, nationalen und auch europäischen Verantwortung besser gerecht werden. Dafür strengen wir uns gemeinsam an. Wie wichtig dem Land eine schnelle Umsetzung des Projekts ist, zeigt sich daran, dass das Land bis zu 900 Millionen Euro in den Ausbau des bedeutenden Schieneninfrastrukturprojekts Westspange steckt – dies ist Voraussetzung für nahezu alle Ausbauprojekte im Knoten Köln.“

Siehe auch: Die Verkehrswende in die Hand nehmen

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