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NRW: Übergangsfahrplan auf Abellio-Linien

10.01.22 (Hessen, Nordrhein-Westfalen, NVR, NWL, Verkehrspolitik, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

In Nordrhein-Westfalen rückt das Ende von Abellio Rail NRW näher: Am Dienstag, den 1. Februar übernehmen die Nachfolgebetreiber die Netze des Hagener Unternehmens und entsprechend laufenden die Übergaben bereits dieser Tage an. Für einen kurzen Übergangszeitraum werden DB Regio, National Express und Vias die Linien betreiben, bis per Ausschreibung die endgültigen Nachfolger gefunden sein werden. Das eingeschränkte Angebot soll je nach Linie zwischen 8. Januar und 1. Februar umgesetzt werden und vorerst bis einschließlich 27. Februar (Betriebsende) gelten.

Um die Verkehre in der Übergangsphase stabil und die Einschränkungen des Leistungsangebots für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten, arbeiten VRR, NWL und NVR sowie DB Regio, National Express, Vias Rail und Abellio eng zusammen. Dieser Kraftakt ist notwendig, um eine enorme Aufgabe zu stemmen: Das Leistungsvolumen beträgt 21 Millionen Zugkilometer jährlich, verteilt auf fünf nordrhein-westfälische SPNV-Netze, mit Verkehrsleistungen auch in die benachbarten Bundesländer und grenzüberschreitend in die Niederlande.

Bereits seit Beginn des neuen Jahres werden die über tausend Angestellten in die drei übernehmenden EVU eingeführt, in ihre neuen Arbeitsplätze eingearbeitet und, soweit notwendig, geschult. Konkret werden sie in die Systeme, mit denen ihr neuer Arbeitgeber fährt, eingewiesen und erhalten zudem ihre neuen Arbeitsmittel. Die EVU haben für diese Maßnahmen zwei bis drei Tage pro Angestelltem angesetzt. Unklar ist dabei, ob wirklich jeder mit zum neuen Betreiber kommt oder ob die Leute sich individuell nach anderen Arbeitgebern umsehen.

Parallel dazu müssen die bislang bei Abellio eingesetzten 120 Triebzüge auf die Anforderungen der drei neuen EVU angepasst und vorbereitet werden. Das gilt gleichermaßen auch für den Übergang der Instandhaltungsbetriebe in den beiden großen Bahnbetriebswerken Duisburg und Hagen, die mit der VIAS Rail einen neuen Betreiber haben. Um dies in der Kürze der Zeit und in allen Bereichen vollständig gewährleisten zu können, müssen Personale und Fahrzeuge bereits im Januar sukzessive für die erforderlichen Zeiträume freigestellt werden und können somit bis Ende Februar nicht in vollem Umfang zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund haben die zuständigen Aufgabenträger einen mehrstufigen Übergangsfahrplan entwickelt, der ein verlässliches Angebot absichern und den Übergang zu den neuen Betreibern ermöglichen soll. Konkret sind folgende Änderungen geplant: Auf der Linie RB 40 zwischen Essen und Hagen kommen lokbespannte Züge zum Einsatz. Eine Verstärkerfahrt im Berufsverkehr entfällt. Die Linie RE 49 wird eingestellt, Fahrgäste werden afu die Linien S3 und S9 verwiesen.

Die Linie RB46 zwischen Bochum und Gelsenkirchen entfällt ebenfalls. Ersatzweise bieten sich die Straßenbahnlinien 302 und 306 der Bogestra AG an, darüber hinaus wird ein Busverkehr vorbereitet. Auf den Linien RE 16 und RB 91 entfällt der Teilabschnitt zwischen Letmathe und Iserlohn, hier werden Ersatzverkehre ab dem 1. Februar durchgeführt.

Die Linie RRX-Linie RE 11 wird eingestellt, es gibt Parallelverkehre durch die Linien RE 1, RE 2 und RE 6 sowie auf der Mitte-Deutschland-Verbindung zwischen Hamm und Kassel durch die Regionalbahnen der Eurobahn. Zwischen Essen und Kassel wird ein zweitstündlicher Ersatzverkehr mit lokbespannten Zügen vorbereitet, der im Laufe der kommenden Wochen starten soll.

Die Linie S7 auf der Müngstener Brücke wird auf zwei Fahrten in der Stunde reduziert. Die Linie RB 35 wird eingestellt, es gibt Parallelverkehre durch die Linien RE 3, RB 32, RB 33 und RE 32. Auf der Linie RE 19 entfallen die Zusatzfahrten zur Hauptverkehrszeit zwischen Emmerich am Rhein und der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Die drei Eisenbahnverkehrsunternehmen DB Regio NRW, National Express und VIAS Rail werden ab 1. Februar 2022 die bisher von der Abellio in NRW und angrenzenden Räumen betriebenen Regionalverkehrslinien übernehmen. Dies haben die politischen Gremien aller beteiligten Aufgabenträger in Folge des Schutzschirmverfahrens des Verkehrsunternehmens entschieden.

Diese Vergaben sind als Notvergaben im Rahmen einer sogenannten freiwilligen ex-ante-Transparenzbekanntmachung erfolgt. Die hieraus resultierenden Beauftragungen laufen als Direktvergaben bis Dezember 2023. Für die Zeit danach sollen die Verkehre in der Zwischenzeit mit langfristigen Laufzeiten neu ausgeschrieben werden.

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