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RRX-Flotte ist seit Weihnachten komplett

07.01.21 (Hessen, Nordrhein-Westfalen, NVR, NWL, Rheinland-Pfalz, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

Das 84. Fahrzeug für das Infrastruktur- und Mobilitätsprojekt Rhein-Ruhr-Express (RRX) ist vor Weihnachten fristgerecht übergeben worden. Die Züge wurden 2015 bei Siemens Mobility bestellt. Der RRX-Auftrag, bestehend aus Zügen und Servicevertrag, hat ein Gesamtvolumen von über 1,7 Milliarden Euro und ist für Siemens Mobility der bisher größte Auftrag aus dem Bereich des regionalen Schienenpersonennahverkehrs in Deutschland.

Die modernen Doppelstockzüge, die im letzten Jahr den Deutschen Mobilitätspreis gewonnen haben, werden in der eigens dafür eingerichteten Werkstatt in Dortmund gewartet. Das garantiert eine fast hundertprozentige Verfügbarkeit. Ob Siemens darüber hinaus auch den Standort Koblenz nutzt, an dem derzeit für Transregio die Fahrzeuge instandgehalten werden, ist nicht bekannt, dürfte sich aber im Laufe der kommenden Jahrzehnte wohl nicht als Nachteil im Alltag erweisen.

Das zukünftige Ziel, nach Beendigung der umfangreichen Baumaßnahmen, ist ein Viertelstundentakt zwischen Dortmund und Köln. Die Züge werden meist in Doppeltraktion eingesetzt und bieten dann mit 800 Sitzplätzen bis zu 200 mehr als in den bisher eingesetzten Doppelstockwagen, einen ebenerdigen Einstieg, Klimatisierung, Steckdosen an den Plätzen und freies WLAN.

Zudem sind ein intelligentes und vorausschauendes Zugdiagnosesystem sowie ein modernes Fahrgast-Informations-System in die Züge verbaut worden. Großzügige Sichtachsen und Fensterfronten sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Speziell beschichtete Außenscheiben ermöglichen zusätzlich einen besseren Mobilfunkempfang.

Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium ist Initiator des Projekts. Dabei arbeitet es im engen Schulterschluss mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Fünf Aufgabenträger sind an der Realisierung des RRX beteiligt: der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Nahverkehr Rheinland (NVR) und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) für NRW sowie der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) und der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV).

Gemeinsam haben sie unter Begleitung des Landes NRW die europaweiten Vergabeverfahren zur Beschaffung und Wartung der RRX-Züge sowie zum Betrieb der künftigen RRX-Linien verantwortet und übernehmen die zentrale Rolle bei der betrieblichen Umsetzung des Projekts. Die Betreiber des RRX sind die National Express Rail GmbH und die Abellio Rail NRW GmbH.

Für den umfangreichen Aus- und Umbau der Infrastruktur für den RRX sind die DB Netz AG und die DB Station&Service AG verantwortlich. Verkehrsminister Wüst (CDU): „Deutschland muss wieder Bahnland werden. Dazu braucht es komfortable, attraktive Alternativen zum Auto – wie den RRX. Mit dem Ausbau der Infrastruktur und schneller Fahrplantaktung machen wir allen Pendlern in Nordrhein-Westfalen ein Angebot umzusteigen. Für saubere und bessere Mobilität im Land.“

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