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ÖBB ehrt 25 Jahre EU-Mitgliedschaft

14.07.20 (Österreich) Autor:Stefan Hennigfeld

1995, also vor einem Vierteljahrhundert, ist Österreich der Europäischen Union beigetreten. Zu diesem Anlass bringen die Europäische Kommission und die ÖBB eine Lok im europäischen Design auf Schiene. Sie wurde in Wien eingeweiht – in Anwesenheit von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne), dem Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich Martin Selmayr, dem CEO der ÖBB Andreas Matthä, mehreren EU-Abgeordneten und zahlreichen Ehrengästen aus der Politik und dem diplomatischen Corps.

Direkt nach der Taufe trat die EU-Lok mit rund 10.000 PS ihren Dienst an und wird in ganz Österreich unterwegs sein. Klimaschutzministerin Leonore Gewessler sagte: „25 Jahre EU Mitgliedschaft von Österreich – daran wird uns diese Lok künftig mit ihrem Aussehen erinnern. Und ich finde eine Lok ist ein schönes Symbol dafür. Für die Freiheit ohne Grenzen durch Europa zu reisen, aber auch für die großen Herausforderungen im Klimaschutz, die wir in der EU nur gemeinsam lösen werden.“

Die neue EU-Lok ist ein Symbol für dieses enge Zusammenspiel von Bahn und Europa und soll auf ihren Fahrten ein Zeichen für den Umweltschutz und für das grenzüberschreitendes Reisen setzenträgt diese Botschaft künftig quer durch Österreich. Auch Andreas Matthä ist sich der Bedeutung der ÖBB in der europäischen Klimapolitik bewusst. „Wir stehen vor der großen Herausforderung, den Verkehr in Europa klimafreundlicher zu gestalten. Und dabei spielt die Bahn als umweltschonende Alternative zu Auto, Flugzeug und LKW eine extrem wichtige Rolle.“

So ersparen die ÖBB der Umwelt mehr als 4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Als Präsident der europäischen Gemeinschaft der Europäischen Bahnen CER betont Matthä weiter, „dass Europa dafür jedoch nicht nur mehr Bahn braucht, um die großen Aufgaben wie den Klimawandel zu lösen. Sondern die Bahn braucht auch mehr Europa. Es gilt auch im Schienenverkehr, in der Zukunft Grenzen zu überwinden – in technischer und regulatorischer Hinsicht.“

„Es ist höchste Eisenbahn für einen ehrgeizigen Kompromiss über den grünen Wiederaufbau Europas“, betonte Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, im Hinblick auf die laufenden Verhandlungen zwischen den EU-Staaten über den Wiederaufbauplan. Die Europäische Kommission hat Ende Mai den 27 Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament einen konkreten Vorschlag vorgelegt, um Europa zügig aus der schweren Corona-Rezession herauszubringen. Kein EU-Staat könne die aktuelle Krise alleine meistern, ergänzte Selmayr.

Die EU fördert den Ausbau und die Verbesserung der Bahnverbindungen quer durch Europa. Von 2014 bis 2019 wurden rund 23 Milliarden Euro aus der sogenannten Connecting Europe Facility in Verkehrsprojekte investiert. Rund siebzig Prozent davon, 16 Milliarden Euro, ging in den Bahnsektor. Österreich erhielt 742 Millionen Euro an Förderungen für den Ausbau des Eisenbahnverkehrs.

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