Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

NVR: S11-Stammstrecke wird geplant

29.05.20 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Deutsche Bahn startet die Planung zum Ausbau der S-Bahn-Stammstrecke zwischen Köln Messe/Deutz, dem Kölner Hauptbahnhof und Köln-Hansaring. Dazu hat sie erste Pakete der Entwurfs- und Genehmigungsplanung mit einem Volumen von rund vier Millionen Euro beauftragt. Geplant werden neue S-Bahnsteige mit zwei Gleisen im Kölner Hauptbahnhof und im Bahnhof Köln Messe/Deutz sowie der Neubau einer Station in Kalk-West für die Linie S 11 (Düsseldorf-Flughafen – Bergisch Gladbach).

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Wir entlasten einen am stärksten befahrenen Bahnknoten im europäischen Schienennetz. Hier schaffen wir schnellere und pünktliche Verbindungen für das Rheinland und für ganz Deutschland. Auch das Angebot im S-Bahnnetz wird besser. Das Projekt ist komplett digital: Wir planen digital, bauen mit digitaler Unterstützung und werden künftig auch mit digitaler Technik fahren.“

Den Ausbau des Bahnknoten Köln plant die Deutsche Bahn komplett digital mit der BIM-Methodik (Building Information Modeling). Dabei werden die Planungen als dreidimensionale Modelle angelegt und diese technischen Daten mit Kosten- und Zeitplänen digital verknüpft. Damit werden Planungszeiten verkürzt.

Der Geschäftsführer des Nahverkehr Rheinland Norbert Reinkober, betont: „Jeder kleine Baustein auf dem Weg hin zu einem leistungsstarken Knoten Köln ist wichtig.“ Der Ausbau der S-Bahn Köln erfolge Schritt für Schritt, ganz gezielt an den Engpassstellen des Schienennetzes. Mit der Beauftragung der Entwurfsplanung für die S 11 sei ein weiterer wichtiger Schritt zum Ausbau des verkehrsreichen Knoten Köln getan.

Norbert Reinkober: „Wir freuen uns ebenso sehr auf die Vollendung dieses Jahrhundert-Projekts wie die unzähligen Fahrgäste, für die der ertüchtigte Knoten zuverlässigeres Reisen ermöglichen wird.“ Der Knoten Köln ist mit jährlich mehr als 440.000 Zügen und hundert Millionen Fahrgästen am Kölner Hauptbahnhof eines der größten Nadelöhre im europäischen Schienenverkehr.

Da sich Nah-, Fern- und Güterverkehr die Gleise teilen, schlagen Störungen in einem einzelnen System gleich auf den gesamten Schienenverkehr durch. Um diese Wechselwirkungen aufzulösen, werden in Köln Hbf und Köln Messe/Deutz zwei weitere S-Bahngleise entstehen. Damit kann mehr Nahverkehr auf eigenen Gleisen rollen. Neben den zusätzlichen Bahnsteigen in Köln Hbf und Köln Messe/Deutz sowie dem neuen Haltepunkt Kalk-West wird die bisher eingleisige Strecke nach Bergisch Gladbach auf zwei Gleise ausgebaut und ein Zehn-Minuten-Takt eingerichtet.

Die Vergabe der Planungen für den Abschnitt Köln-Dellbrück – Bergisch Gladbach ist für Herbst 2020 vorgesehen. Die Finanzierung der Betriebsleistungen wird möglich sein durch die in den kommenden Jahren stark steigenden Regionalisierungsgelder sowie durch die Begrenzung der Kosten für die Trassennutzung. Die steigende Fahrgastzahl sorgt zudem für stark erhöhte Markteinnahmen des Sektors.

Kommentare sind geschlossen.