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VRR: DB Regio behält S1 und S4

06.04.20 (VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

DB Regio wird auch ab Dezember 2021 die beiden S-Bahn Linien S 1 und S 4 der S-Bahn Rhein-Ruhr betreiben. Das Unternehmen konnte sich im Rahmen eines europaweiten Wettbewerbsverfahrens gegen die Konkurrenz durchsetzen. Gegenstand des Verfahrens war der Betrieb auf den S-Bahn-Linien S 1 und S 4 mit circa 4,9 Millionen Zugkilometern pro Jahr. Auch derzeit betreibt die DB Regio AG die beiden S-Bahn-Linien, seit Mitte Dezember des vergangenen Jahres im Rahmen einer Notmaßnahme für einen Zeitraum von zwei Jahren.

Vorausgegangen war die Kündigung des Verkehrsvertrages mit der Keolis Deutschland GmbH & Co. KG im Herbst 2019 und eine außergerichtliche Einigung, nachdem Keolis zunächst rechtliche Schritte eingeleitet hat. Parallel zur Notmaßnahme wurde noch im Dezember 2019 ein europaweites wettbewerbliches Vergabeverfahren zur Neuvergabe der Linien gestartet. DB Regio konnte sich in diesem Verfahren nun mit einem wirtschaftlichen Angebot durchsetzen und soll nach Ablauf der zehntägigen Einspruchsfrist den Zuschlag erhalten.

Auf den beiden S-Bahn-Linien kommen auch künftig die aktuell auf den Linien verkehrenden, rundum modernisierten Fahrzeuge des Typs ET 422 im grün-weißen Design zum Einsatz, die dem EVU für den Betrieb bereitgestellt werden. Die Instandhaltung wird ebenfalls bei DB Regio in Essen erfolgen, allerdings wurde dieser Auftrag gesondert ausgeschrieben. Die ab 2008 ausgelieferten Triebzüge stehen im Eigentum des VRR.

Die Linie S 1 ist die nachfragestärkste S-Bahn-Linie im VRR-Gebiet und verkehrt von Solingen nach Dortmund Hbf. Die Linie S 4 fährt von Dortmund-Lütgendortmund bis Unna. Nach der Vergabeentscheidung durch die Gremien von Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und Nahverkehr Westfalen Lippe (NWL) soll DB Regio die Linien bis Dezember 2031 betreiben.

Tagsüber werden Kundenbetreuer jede zweite Fahrt, abends sogar jede Fahrt als Ansprechpartner für die Fahrgäste und zur Erhöhung der Sicherheit begleiten. VRR und NWL haben zur weiteren Qualitätssteigerung im Verkehrsvertrag neue Anreize und Regelungen für eine verbesserte Leistungsgerechtigkeit verankert.

Um eine hohe Qualität zu belohnen, sieht der Verkehrsvertag ein Bonussystem vor, bei dem Mitarbeiter der Linien S 1 und S 4 bei einer besonders hohen Kundenzufriedenheit einen Bonus erhalten. Der Betreiber ist verpflichtet, während der Vertragslaufzeit über 50 neue Triebfahrzeugführer auszubilden; knapp die Hälfte davon als „Eisenbahner im Betriebsdient, Fachrichtung Lokführer und Transport“.

Eigenverschuldete Zugausfälle, z. B aufgrund fehlender Triebfahrzeugführer, werden deutlich stärker als bisher pönalisiert, fremdverschuldete Ausfälle, z. B. aufgrund von Streckensperrungen, dagegen weniger stark. DB Regio wird bereits ab Sommer 2020 einen „Netzmanager Qualität“ für alle qualitativen Belange der Linien S 1 und S 4 sowohl in der Phase der Betriebsvorbereitung als auch während der Vertragslaufzeit vorhalten.

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