Eisenbahnjournal Zughalt.de

Nachrichten über Eisenbahn und öffentlichen Verkehr

Paketstationen an HVV-Bahnhöfen

10.03.20 (Hamburg) Autor:Stefan Hennigfeld

Seit letzter Woche können Hamburger auf ihren täglichen Weg am Bahnhof Pakete empfangen: Am S-/U-Bahnhof Barmbek enthüllten Deutsche Bahn, Hochbahn und das IT-Unternehmen ParcelLock sowie die beiden Paketdienste Hermes und DPD die erste von insgesamt 15 Hamburg Boxen. Die Paketstationen mit bis zu 146 Fächern sind an RE-, S- und U-Bahn-Haltestellen für ÖPNV-Kunden der Hansestadt entlang ihrer täglichen Wege nutzbar.

Hamburg ist Testgebiet für das zunächst auf ein Jahr angelegte Pilotprojekt. Ob das Modell auf andere Städte übertragen wird, soll auf Basis der praktischen Erfahrungen im Testlauf entschieden werden. Hamburg ist damit die erste Stadt, in der namhafte Mobilitätsanbieter, ein Unternehmen für Paketstationen und Paketdienste eine gemeinsame Lösung entwickelt haben: Die Hamburg Box verknüpft die wichtigen Verkehrsknotenpunkte einer deutschen Metropole systematisch mit dem flexiblen, nachhaltigen Paketempfang.

Dabei kommt mit ParcelLock eine deutschlandweit einzigartige Software zum Einsatz, die den anbieteroffenen Zugang ermöglicht. Die Lage der Hamburg Boxen an vielfrequentierten ÖPNV-Standorten, die sich nahtlos in den Alltag der Hamburger einfügen, macht das neue Angebot zu einer attraktiven Alternative zur Haustürzustellung. Die Hamburg Box tritt damit als zusätzliche Option neben bestehende Haustür-Alternativen wie Paketshops, die Nachbarschaftsabgabe oder die Ablage an einem sicheren Ort.

Das Netzwerk an Zustellpunkten in der norddeutschen Metropole wird durch die Hamburg Boxen noch engmaschiger und schafft einen Zusatznutzen für Kunden, Händler und Paketdienstleister gleichermaßen: Insbesondere ÖPNV-Kunden und Pendler, die tagsüber nicht zu Hause sind und sich täglich mit U- und S-Bahn fortbewegen, können die Hamburg Box als Zustelladresse nutzen und ihren Paketempfang flexibel und komfortabel in ihre alltäglichen Wege einbauen.

Das Ergebnis: Zeitersparnis und weniger Emissionen durch vergebliche Zustellversuche. Auch Händlern an den Bahnhöfen bietet sich mit der Hamburg Box eine neue Möglichkeit der Warenübergabe außerhalb ihrer regulären Öffnungszeiten. Sie können über ein Online-Buchungsportal der Deutschen Bahn direkt in die Hamburg Box zustellen lassen und so den On- und Offline-Handel miteinander verbinden.

Zum Pilotstart bieten darüber hinaus die ParcelLock-Gesellschafter Hermes und DPD sowie ParcelLock-Zustellpartner GLS die Lieferung an die Hamburg Box an. Durch das anbieteroffene System des Software-Unternehmens ParcelLock haben auch andere Paketdienstleister und lokale Händler die Möglichkeit, in die Hamburg Boxen einzuliefern.

Das Pilotprojekt läuft zunächst ein Jahr. Ziel ist es, auf Basis der gewonnenen Erfahrungen im Testlauf zu entscheiden, ob eine Ausweitung auf andere Städte mit ähnlichen Strukturen und Voraussetzungen im ÖPNV empfehlenswert ist. Die Nutzung der Hamburg Box ist kostenfrei, eine Registrierung ist optional.

Kommentare sind geschlossen.