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Wien: Geringe Schwarzfahrerquote

23.01.20 (Österreich) Autor:Stefan Hennigfeld

Im Kalenderjahr 2019 haben die über hundert Kontrolleure in mehr als 4,9 Millionen Fällen Fahrgäste nach ihrem Fahrausweis gefragt – und die Beanstandungsquote lag wie schon 2018 bei nur 1,9 Prozent. Der Anteil ist daher in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. 2009 lag die Quote noch bei 3,3 Prozent. Wer beim Schwarzfahren erwischt wird, muss seit 2018 mit einer Gebühr von 105 Euro rechnen.

Wird nicht direkt bezahlt, erhöht sich die Mehrgebühr auf insgesamt 115 Euro. Die Mehrgebühr ist innerhalb von zwei Wochen zu zahlen. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt das erhöhe Beförderungsentgelt seit einigen Jahren sechzig Euro, zuvor lag es über zehn Jahre konstant bei vierzig Euro. „Schwarzfahren ist unfair all jenen gegenüber, die sich ein Ticket kaufen. Fahrgäste ohne Fahrschein bekommen auch weiterhin unser mit Abstand teuerstes Ticket ausgestellt“, sagt Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.

Die Fahrgäste der Wiener Linien zählen zu den ehrlichsten in Europa. Im internationalen Vergleich bewirken die hohe Qualität des Wiener Öffinetzes und das herausragende Preis-Leistungs-Verhältnis, dass sehr viele Fahrgäste mit Ticket unterwegs sind. In Berlin, Hamburg oder Frankfurt werden rund fünf Prozent der Fahrgäste ohne Fahrschein erwischt, In Paris liegt die Schwarzfahrerquote bei rund zehn Prozent. Unklar ist, ob das deutlich höhere erhöhte Beförderungsentgelt hierbei eine Rolle spielt.

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