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KVB: Nachrüstung für Dieselbusse

08.08.19 (NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) werden in den kommenden Monaten insgesamt 77 konventionelle Dieselbusse mit dem Abgasbehandlungssystem NoxBuster nachgerüstet. Parallel dazu finden ähnliche Arbeiten an 32 Fahrzeugen der Tochtergesellschaft Schilling Omnibusverkehr GmbH statt. Das Gesamtvorhaben wird im vierten Quartal 2019 abgeschlossen sein. Alle nachgerüsteten Busse werden mindestens weitere vier Jahre im ÖPNV eingesetzt.

Obwohl der Busverkehr in Köln lediglich einen Anteil von drei bis sechs Prozent am Gesamtverkehrsaufkommen ausmacht (in Abhängigkeit davon, ob die Autobahnen innerhalb des Stadtgebietes mitgezählt werden oder nicht) und hierbei die Linienbusse im KVB-Netz nur ein Teil des Busverkehrs sind, leistet die KVB ihren Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Köln.

Stefanie Haaks, Vorstandsvorsitzende der KVB: „Wir wissen um die Bedeutung sauberer Luft für die Menschen in Köln. Deshalb leisten wir unseren Beitrag. Zugleich versteht sich die KVB als Vorbild für andere Verkehrsteilnehmer. Die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen ist möglich.“ Mit der Nachrüstung der NOx-Katalysatoren werden Dieselbusse der Schadstoffklasse EURO V bzw. EEV (Envanced European Vehicle) auf das Niveau des Standards EURO VI gebracht.

Das Abgasminderungssystem senkt hierbei den Ausstoß von NOx mindestens um 85 Prozent. Während bei EURO V / EEV noch ein NOx-Ausstoß von zwei Gramm NOx je Kilowatt-Stunde (kWh) Motorleistung erlaubt war, liegt der Grenzwert bei EURO VI bei nur noch 0,4 Gramm NOx je kWh. Die Umrüstung funktioniert, indem unterhalb des Partikelfilters (zu Herausfilterung von Feinstäuben) ein weiteres Gefäß in etwa gleicher Größe eingebaut wird.

In dieses werden sowohl die vorgefilterten Abgase, als auch eine Ad-Blue genannte Flüssigkeit eingeleitet. Das auf Harnstoff basierende Ad-Blue verwandelt sich bei den hohen Betriebstemperaturen in Ammoniak und reduziert dabei Stickstoffoxide aus den Abgasen. Um die benötigte Temperatur zu halten, sind Teile der Anlage isoliert.

Die Umrüstung der Dieselbusse erfolgt durch den Hersteller Proventia auf dem Betriebshof Nord der KVB, so dass die betroffenen Busse nur für eine kurze Zeit aus dem Betrieb genommen werden müssen. Je Bus werden etwa 0,6 Arbeitstage benötigt. Auf längere Frist gilt es, die Zusammensetzung der Fahrzeugflotten zu verändern – im Busbetrieb genauso wie im Pkw-Bereich. Busse der KVB mit niedrigerem Abgasstandard als EURO V werden mit den nächsten Neubeschaffungen aus der Flotte genommen.

Bereits im Frühjahr 2020 werden in der KVB-Flotte keine Dieselbusse mehr mit dem Abgasstandard EURO IV oder darunter enthalten sein. Zudem werden bis 2021 sechs Buslinien auf elektrische Traktion umgestellt. Hierfür befinden sich gerade fünfzig Elektrobusse in der Beschaffung, an deren Kosten sich das Land Nordrhein-Westfalen mit Kosten in Höhe von 13,3 Millionen Euro beteiligt.

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