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DB AG stellt ECx vor

18.03.19 (Fernverkehr) Autor:Stefan Hennigfeld

DB Fernverkehr und der spanische Hersteller Talgo haben letzte Woche mit Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und Eisenbahn-Beauftragter der Bundesregierung, den neuen Fernverkehrszug mit dem Arbeitstitel ECx in Berlin vorgestellt. Die lokbespannten Reisezugwagen sind sehr flexibel einsetzbar und ergänzen so die DB-Fahrzeugflotte ab 2023.

Der erste Abruf von 23 Zügen im Wert von 550 Millionen Euro ist Teil eines Rahmenvertrags der DB mit dem spanischen Hersteller Talgo über bis zu hundert Mehrsystemloks und Reisezugwagen. „In unserer Agenda für eine bessere Bahn haben wir angekündigt, mehr Kapazität auf der Schiene zu schaffen. Der ECx ermöglicht ein besseres Angebot und mehr Komfort. Dieser innovative Zug wird einen wesentlichen Beitrag leisten, noch mehr Menschen für das Bahnfahren zu begeistern“, sagte Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn.

Die Züge sollen im internationalen Verkehr Berlin–Amsterdam fahren und die Fahrzeit auf dieser Strecke um rund eine halbe Stunde auf 5:50 Stunden verkürzen. Zudem ist der Einsatz der neuen Fahrzeuge auf touristischen Verbindungen nach Westerland (Sylt) und Oberstdorf vorgesehen. Mit dem ECx bietet die Deutsche Bahn ihren Fahrgästen ICE-Standards: Dazu gehören neben WLAN auch viel Platz für Gepäck, ein Bordbistro sowie Fahrgastinformation mit Echtzeitdaten.

In Sachen Barrierefreiheit setzt der Zug neue Maßstäbe: Der stufenlose Einstieg auf Bahnsteighöhe erleichtert allen Fahrgästen das Reisen und versetzt Rollstuhlfahrer in die Lage, künftig selbständig an Bord zu kommen. Der ECx ist auch strategischer Vorreiter: Zukünftig werden alle Fahrzeugausschreibungen für Neufahrzeuge im Fernverkehr die besonders kundenfreundlichen Einstiege enthalten.

„Die Bahnkunden erwarten zu Recht hochmoderne, zuverlässige und komfortable Züge. Die DB ist mit ihrem ECx von Talgo hier genau auf der richtigen Schiene. Besonders hervorzuheben ist die niedrige Fußbodenhöhe von durchgehend 76 Zentimeter. Damit ist ein stufenloser Einstieg von allen Bahnsteigen in Standardhöhe möglich. Damit setzt die Bahn neue Maßstäbe für Barrierefreiheit und Reisekomfort, die wir zur Erhöhung der Fahrgastzahlen brauchen. Ich freue mich besonders, dass die neuen Züge ab 2023 auf der Marschbahn nach Sylt, auf der Allgäubahn nach Oberstdorf und auf der internationalen Verbindung Amsterdam–Berlin eingesetzt werden sollen“, sagte Enak Ferlemann.

„Der Abschluss dieses Vertrages ist für Talgo nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine große Verantwortung. Wir werden das beste Produkt an einen der anspruchsvollsten Kunden der Welt liefern: die Deutsche Bahn. Wir werden jedoch auch die Erwartungen und Anforderungen aus Deutschland erfüllen, dem Land, in dem wir seit dem Jahr 1994 präsent sind“, sagte José María de Oriol Fabra, Vorstandsvorsitzender Patentes Talgo S.L.U.

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