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Köln: Umfassendes ÖPNV-Paket beschlossen

22.05.18 (NVR, Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Stadt Köln und die Kölner Verkehrsbetriebe planen ein umfassendes Investitionspaket für öffentliche Verkehrsmittel. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hat in der vergangenen Woche wegweisende Verwaltungsvorlagen unterzeichnet, die am 7. Juni im Stadtrat verabschiedet werden sollen. Sechs Jahre nachdem die Eisenbahnknoten-Analyse Köln erstmals vorgestellt wurde, planen nun auch die Stadt und die KVB eine umfassende Investitionsoffensive und Leistungsausweitungen.

Reker: „Die zügige Verbesserung des ÖPNV in Köln ist für mich ein vorrangiges Anliegen. Mit diesen Vorhaben gehen wir wichtige Schritte auf dem Weg zur notwendigen Verkehrswende und bringen die Umsetzung der Ziele aus dem Strategiepapier „Köln mobil 2025“ voran. Das alles sind wichtige Bausteine für eine lebenswertere Stadt, ein attraktives Verkehrsangebot und natürlich den Klimaschutz.“

Vorgesehen ist, in den nächsten beiden Jahrzehnten, beginnend 2020, nach und nach fast die gesamte Stadtbahnflotte (derzeit 382 Fahrzeuge) zu erneuern. In einem ersten Schritt sollen 62 moderne Niederflurbahnen mit einer Länge von 60 Metern („Langzüge“) sowie zwei 30 Meter lange Niederflurfahrzeuge beschafft werden.

Darüber hinaus soll es die Option für den Kauf von weiteren elf Lang- und 25 Kurzzügen geben, die für die verschiedenen Ausbauprojekte im KVB-Streckennetz nach dem ÖPNV-Bedarfsplan benötigt werden. Verkehrsdezernentin Andrea Blohme (parteilos): „Gerade auf den bestehenden Strecken sind die sogenannten Langzüge, die jetzt erstmals in Köln eingesetzt werden sollen, das Mittel der Wahl, um die dringend benötigten Kapazitätssteigerungen zu erreichen.“

Nach der Ertüchtigung der Ost-West-Achse sollen auf den Linien 1 und perspektivisch auch auf der Linie 9 rund 90 Meter lange Zugverbände fahren. Diese setzen sich jeweils aus einem Lang- und einem Kurzzug zusammen. Auf diese Weise kann die Kapazität auf diesen Linien um bis zu 50 Prozent erhöht werden. Für die Linie 7, in deren Einzugsbereich umfangreiche Stadtentwicklungsprojekte wie der Deutzer Hafen und Zündorf-Süd liegen, sind in der Hauptverkehrszeit Taktverdichtungen vorgesehen, die zu einer Verdoppelung des Angebots führen sollen.

Die Auftragsvergabe ist für Januar 2020 geplant. Ab 2022 sollen zwei Lang- und zwei Kurzzüge getestet werden, die Auslieferung der Serienfahrzeuge ist ab Mitte 2023 vorgesehen. Die Kosten für die erste Beschaffungsserie (62 plus zwei) liegen damit voraussichtlich zwischen 413 Millionen und 472 Millionen Euro. An Fördermitteln für Stadtbahn-Beschaffungen stehen bis 2031 insgesamt knapp 100 Millionen Euro zur Verfügung. Die von der KVB zu übernehmenden Investitionen sollen über Gesellschafterdarlehen der Stadt finanziert werden.

Jürgen Fenske, Vorstandsvorsitzender der KVB: „Mit den neuen Fahrzeugen wollen wir mehr Kapazitäten schaffen, die Betriebsqualität steigern und damit unser Kerngeschäft verbessern. Zuverlässigkeit und geringe Instandhaltungskosten sind dabei ebenso wichtig wie der Komfort für die Fahrgäste.“ Unabhängig von diesem Beschaffungsprogramm hat die KVB gemeinsam mit der Düsseldorfer Rheinbahn Hochflurfahrzeuge beim Hersteller Bombardier bestellt: die 20 für Köln bestimmten Bahnen sollen ab 2020 ausgeliefert werden.

Bereits zum Fahrplanwechsel 2018 soll es folgende dauerhafte zusätzliche Bus-Angebote geben: Die „Unibus-Linie“ 142 wird im nachfragestärksten Abschnitt zwischen Bahnhof Ehrenfeld und Weißhausstraße auf einen Zehn-Minuten-Takt verdichtet. Die Strecke der Linie 144 wird zum Gewerbegebiet Girlitzweg verlängert, wo auch eine neue Gesamtschule am Wasseramselweg entstehen soll.

Dieses Angebot soll bereits nach den Sommerferien 2018 realisiert werden. Eine neue Linie 124 soll als Direktbuslinie den Hauptbahnhof mit Ford und dem Gewerbegebiet Feldkassel verbinden und das Neubaugebiet Sürther Feld wird durch die Buslinie 130 über einen neuen Linienast an das ÖPNV-Netz angebunden. Die Gesamtkosten für diese Verbesserungen betragen 1,76 Millionen Euro.

Darüber hinaus plant man auch, die elektrische Traktion im Busverkehr zukünftig weiter auszubauen. Bereits im Juni 2017 hat der Stadtrat die KVB und das Unternehmen Rhein-Energie beauftragt, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten. Hier liegen allerdings noch keine konkreten Planungsergebnisse vor. Beide Unternehmen sind allerdings derzeit dabei, ein langfristig tragbares Zukunftskonzept auszuarbeiten.

Siehe auch: Leistungsausweitungen verstetigen

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