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Neue Eisenbahner mit Herz gesucht

19.03.18 (Allgemein) Autor:Stefan Hennigfeld

Auch in diesem Jahr sucht die ÖV-Branche unter Federführung der Allianz pro Schiene wieder die Eisenbahner mit Herz. Sie sollen sich durch besondere Kundenaffinität auszeichnen und dem in der Öffentlichkeit noch immer bestehenden Bild des schlecht gelaunten Schaffners etwas positives gegenüberstellen. Grundlage aller Nominierungen sind Reisegeschichten der Fahrgäste, die damit ihre persönlichen Bahnmitarbeiter für den Titel vorgeschlagen haben.

Im laufenden Wettbewerbsjahr sind rund 200 Vorschläge bei der Allianz pro Schiene eingegangen. Im Wettbewerbsjahr mussten die nominierten Eisenbahner große Abenteuer bestehen: Schläfer im Gleisbett zwangen zur Vollbremsung, blinde Passagiere, Herzinfarkte oder randalierende Hooligans forderten Lokführern und Zugbegleitern menschliche Höchstleistungen ab und auch Katastrophen wie eingeklemmte Teddys hielten die Service-Teams in Atem.

Zwischen den Jahren meisterte das Bordpersonal von ICEs und Nahverkehrszügen außerdem drei Orkane und Zugunglücke in Bayern und Nordrhein-Westfalen. So bildet der Wettbewerb inzwischen zuverlässig ab, welche Großereignisse auf dem deutschen Schienennetz die Pendler am meisten beschäftigen. Aus dem Kreis dieser 103 Titelkandidaten wird eine Jury aus Eisenbahngewerkschaften, Fahrgastverbänden und Verkehrsclubs am 17. April die Sieger bestimmen.

Die diesjährigen Kandidaten kommen aus fast allen Bundesländern. In Niedersachsen arbeiten die meisten Vorzeige-Eisenbahner (20), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (15), Berlin-Brandenburg (15) und Bayern (14). Unter den Bahnkundenlieblingen stellen die Mitarbeiter der Deutschen Bahn mehr als die Hälfte: Von 103 Kandidaten für den Titel Eisenbahner mit Herz arbeiten 62 für die Deutsche Bahn – im Fernverkehr, bei Regio oder in den Bahnhöfen.

Zum ersten Mal ist auch DB Services in der Galerie dabei. Überaus beliebt bei den Fahrgästen sind auch die privaten Wettbewerber. Transdev hat mit dem Meridian, der BOB, der Nordwestbahn und der Mitteldeutschen Regiobahn insgesamt elf Kandidaten am Start. Metronom und Erixx sind mit sechs Mitarbeitern in der Galerie präsent, National Express mit fünf, die ODEG mit vier, Netinera mit der Länderbahn mit zwei. Einen Kandidaten haben Keolis, die NBE, die NEB, Abellio und die AVG.

Alle Eisenbahner, die von der Jury mit dem Titel ausgezeichnet werden, nehmen zusammen mit ihren Einsendern an der Siegergala in Berlin teil. Die Feier im Kalender vorgemerkt haben sich bereits die DB-Vorstände Richard Lutz und Ronald Pofalla, Abellio-Chef Stephan Krenz, Transdev-Chef Tobias Heinemann, National Express-Chef Dirk Ballerstein und Keolis-Chefin Magali Euverte.

Erstmals wird die Allianz pro Schiene auch den Social Media-Helden zur Gala einladen. „Wer auf Facebook die meisten Unterstützer hat, bekommt ebenfalls eine Einladung zur Eisenbahner mit Herz-Gala am 17. April“, versprach Flege. Und alle anderen Mitarbeiter haben 2019 eine neue Chance.

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