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DB AG rechnet mit Extremwetter

05.03.18 (Verkehrspolitik) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Deutsche Bahn rechnet in den kommenden Jahren mit verstärkt vorkommenden Extremwetterereignissen und hat angekündigt, sich entsprechend vorzubereiten. Eine Studie des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) kommt zu dem Schluss, dass sich manche extreme Wetterlagen bereits jetzt häufiger einstellen und in den kommenden Jahren wohl weiter zunehmen werden.

„Die Analyse zeigt: Der Klimawandel ist ein nicht zu leugnender Fakt. Deshalb muss die Reduktion des CO₂-Ausstoßes zentrales Anliegen von uns allen sein. Diese Untersuchung zeigt, dass wir uns auf mehr Unwetter, auf Starkregen sowie Hitzewellen und Hochwasser einstellen müssen. Die DB steuert mit einer 5-Punkte-Strategie dagegen“, sagte der DB-Vorstandsvorsitzende Richard Lutz.

Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK, macht deutlich: „Die Bahn ist fast überall in Deutschland aktiv – das ist ihre große Stärke, aber dadurch ist sie auch besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels. Egal wo lokale Wetterextreme zuschlagen, sie treffen fast immer auch die Bahn. Der Ausstoß von Treibhausgasen aus dem Verfeuern von Kohle und Öl kann auch solche Extreme befeuern und Risiken für die Bahn erhöhen. Dabei kann die Bahn als klima-freundlicher Verkehrsträger gleichzeitig auch selbst eine Antwort auf das Problem sein.“

Die Zahl der Witterungsextreme nimmt zu. Tage, die früher als extrem und selten galten, treten bereits häufiger auf – und könnten ab der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts zur neuen Normalität gehören. Stürme verschieben sich teils in die grünere Jahreszeit. Jüngere Beobachtungen deuten darauf hin, dass die Häufigkeit von Stürmen sich zwischen November und Februar in die übrigen Monate verschiebt – also hin zu Zeiten, in denen die Bäume belaubter sind und eine größere Angriffsfläche bieten.

Zusammen mit Starkregen etwa können auch gesunde Bäume auf durchweichten Böden von Stürmen zu Fall gebracht werden. Gleichzeitig zeigen die Daten insgesamt eine Abnahme der absoluten Zahl der Tage mit Stürmen. Hier besteht noch weiterer Forschungsbedarf, auch etwa dazu, ob in Deutschland die stärksten Stürme häufiger werden. Messdaten zeigen insbesondere im Südosten Deutschlands bereits eine Zunahme von Starkregen.

Auch in den Mittelgebirgen treten diese absehbar wohl häufiger auf. Dadurch kann es häufiger zu Hochwassern kommen sowie etwa zum Unterspülen von Bahndämmen. Hitze nimmt zu, Kälte und Schnee werden weniger. Seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1880 ist die Jahresmitteltemperatur in Deutschland schon um 1,4 Grad Celsius gestiegen.

Die Zahl der Hitzetage hat sich seit 1961 im Schnitt nahezu verdoppelt. Hingegen werden weiße Winter wohl seltener, Tage mit Schneehöhen ab 15 Zentimeter nehmen voraussichtlich ab. Das bringt keine Entwarnung mit sich, da gerade mit besonders starken Kälteeinbrüchen nach wie vor und möglicherweise sogar verstärkt zu rechnen ist. All das wird künftig eine Rolle spielen.

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