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UK: Neuer Fahrplan treibt Preise um 17 Prozent

18.12.17 (Großbritannien) Autor:Max Yang

Der regionale Fahrgastverband Reigate, Redhill & District Rail Users Association (RRDRUA) beklagt versteckte Preiserhöhungen zulasten der Pendler aus dem südlichen Londoner Umland um bis zu 17 Prozent. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag, 10. Dezember, wurden bestimmte Nahverkehrslinien aus dem Teilnetz Southern teilweise in das Netz Thameslink überführt.

Beispielsweise wurde Horley, nördlich des Flughafens Gatwick, bisher nur von Southern-Personenzügen bedient. Mittlerweile sind zwei Züge pro Stunde zur morgendlichen Spitzenzeit dem Netz Thameslink zugewiesen, abends verkehren aber weiterhin nur Southern-Züge. Eine „Southern Only“-Zeitkarte genügt nicht mehr, Pendler benötigen eine deutlich teurere EVU-übergreifende Zeitkarte („Any Permitted“). Auf Twitter kündigte Southern am Montagmorgen vor einer Woche eine eintägige Kulanzregelung an, die offenbar temporär weiter praktiziert wird.

Einen unangenehmen Beigeschmack bekommt die verkappte Tarifänderung dadurch, dass die beiden Teilnetze nur in der Vergangenheit durch getrennte Unternehmen betrieben wurden, allerdings im Sommer 2014 gebündelt im Rahmen eines einzigen Verkehrsvertrages an Govia (ein Go-Ahead/Keolis-Joint-Venture) vergeben wurden. Stephen Trigg, Vorsitzender der RRDRUA, fordert die Ausweitung des Londoner Verbundtarifs in das unmittelbare Umland. Mit der geplanten Übernahme weiterer Linien durch Thameslink im Mai werde sich das Problem verschärfen.

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