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SSB startet Moovel-Kooperation

18.12.17 (Stuttgart) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) und die moovel Group GmbH werden in Stuttgart ein neues Mobilitätsangebot pilotieren. Bei SSB Flex können Fahrgäste auf Bestellung, flexibel und bedarfsgerecht Fahrten über eine App anfordern. Ein Auskunfts– und Buchungssystem berechnet und bündelt die Anfragen und bietet dem Fahrgast einen bedarfsorientierten Fahrservice an.

Auf ähnlichen Fahrstrecken teilen sich die Fahrgäste dabei den Service und nutzen die Fahrzeuge ganz oder in Teilstrecken gemeinsam (sogenanntes Ridesharing). In seiner Sitzung am letzte Woche hat der Aufsichtsrat der SSB der Erprobung des erweiterten Verkehrsangebotes zugestimmt. Das Rufbetriebs-Angebot startet zunächst als Testbetrieb der moovel Group GmbH an ausgewählten Tagen ab Dezember unter dem Namen Flex Pilot.

In dieser Phase geht es vor allem um die Erprobung des Algorithmus. Diese Tests werden im neuen Jahr fortgesetzt. Noch im ersten Halbjahr 2018 startet dann der Service mit der SSB als Betreiber. Dann können alle Bürgerinnen und Bürger SSB Flex nutzen. In der App werden alle Fahrmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im VVS-Gebiet samt SSB Flex Shuttle in möglichen Kombinationen angezeigt, die direkt per App gebucht und bezahlt werden können.

Flex Pilot begann bereits letztes Wochenende jeweils von 18 bis 2 Uhr im Innenstadtbereich der baden-württembergischen Landeshauptstadt und wird an ausgewählten Tagen wiederholt. Im eigentlichen Pilot-Betrieb, der noch im ersten Halbjahr 2018 startet, bedient die Stuttgarter Straßenbahnen AG mit SSB Flex tagsüber von 6 bis 21 Uhr die Bereiche Bad Cannstatt und Degerloch.

Donnerstag- bis Samstagabend von 21 bis 2 Uhr auch den Innenstadtbereich bis in die Außenbereiche Bad Cannstatt und Degerloch. Die SSB Flex Flotte besteht zunächst aus bis zu zehn Fahrzeugen. Die Nutzung des Dienstes ist sehr einfach: Die App lokalisiert den Standort und zeigt mögliche Verbindungen zum gewünschten Ziel an. Entscheidet sich der Nutzer für den Rufservice, wird er von einem anfahrbaren Standort in zu Fuß erreichbarer Entfernung abgeholt.

Um sicherzustellen, dass der Nutzer schnellstmöglich von A nach B kommt, werden die Fahrtrouten laufend unter Einbeziehung von aktuellen Echtzeitdaten des Straßenverkehrs und des ÖPNV berechnet und aktualisiert. Zudem wird eine Prognose der erwarteten Nachfrage berechnet, damit die Flotte vorausschauend gesteuert werden kann. Wollen weitere Personen eine ähnliche Strecke zurücklegen, bündelt das System die Anfragen, so dass sich mehrere Fahrgäste trotz verschiedener Ein- und Ausstiegspunkte ein Fahrzeug teilen.

„Hier tun sich zwei traditionsreiche Stuttgarter Mobilitätspioniere zusammen, um den ÖPNV durch Digitalisierung noch attraktiver zu machen. Das ist ein weiterer, wichtiger Entwicklungsschritt für nachhaltige Mobilität in unserer Zeit“, so Fritz Kuhn (Grüne), Oberbürgermeister in Stuttgart und Aufsichtsratsvorsitzender der SSB AG.

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