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Teutoburger Wald: Eurobahn vor dem Start

29.11.17 (Niederlande, Niedersachsen, NWL) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Eurobahn bereitet dieser Tage die Betriebsaufnahme im Elektronetz Teutoburger Wald vor, das die LNVG in Niedersachsen und der NWL aus Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der niederländischen Provinzverwaltung Overijssel ausgeschrieben haben. Während der größte Teil des Streckennetzes pünktlich übernommen und betrieben wird, kommt es auf zwei Streckenabschnitten zu Verzögerungen: Der Betriebsstart der Strecke ins niederländische Hengelo mit der RB 61 verschiebt sich um fünf Wochen auf den 14. Januar 2018.

Darüber hinaus werden bis Ende Dezember 2017 montags bis freitags auf der Strecke zwischen Nienburg und Minden Busse eingesetzt (RE 78), bis dort Anfang Januar 2018 der Personenverkehr wieder aufgenommen wird. An den Wochenenden verkehren die Züge der Linie RE 78 jedoch planmäßig. Derzeit kann nicht abschließend sichergestellt werden, das Zulassungsverfahren der neuen Fahrzeuge für Deutschland und die Niederlande rechtzeitig zum Betriebsstart abgeschlossen ist.

Deshalb haben die Aufgabenträger und die Eurobahn gemeinsam entschieden, den Personenverkehr auf dem grenzüberschreitenden Abschnitt von Bad Bentheim bis Hengelo erst am 14. Januar 2018 zu starten. Dadurch verzögert sich der Einsatz von insgesamt acht zusätzlichen Elektrotriebzügen der neuesten Generation vom Typ Flirt des Herstellers Stadler, die nun schrittweise bis zum 30. Dezember den Zugbetrieb im deutschen Teil des Netzes aufnehmen werden.

Alle anderen Linien des Teutoburger-Wald-Netzes RB 65 (Münster –Rheine), RB 66 (Münster- Osnabrück), RB 72 (Herford – Paderborn) und auch die Linie RB 61 zwischen Bielefeld und Bad Bentheim verkehren wie vorgesehen, jedoch muss in den ersten Wochen möglicherweise partiell mit Kapazitätseinschränkungen gerechnet werden. Neben den neuen Mehrsystem-Fahrzeugen werden die 19 Fahrzeuge des heutigen Betreibers Westfalenbahn die zum Fahrplanwechsel in die Eurobahn-Flotte übergehen, künftig den Reisenden im Teutoburger Wald zur Verfügung stehen.

Die Züge stehen im Eigentum der Leasinggesellschaft Alpha-Trains und hätten daher mit Ablauf der Vertragsperiode auch anderen Betreibern zur Verfügung gestanden. Durch den Wechsel der Fahrzeuge von einem zum anderen Unternehmen ist sichergestellt, dass diese ihre gesamte wirtschaftliche Nutzungsdauer in diesem Netz verbringen werden – Sorgen um eine Anschlussverwendung braucht man sich somit auch hier nicht zu machen.

In der Vergangenheit war immer wieder darüber diskutiert worden, dass mit der Verjüngung der deutschen SPNV-Flotte in den letzten Jahren unwirtschaftlich mit den Zügen umgegangen würde; so war die Rede davon, dass Aufgabenträger zu häufig Neufahrzeuge fordern. Doch ebenso wie bei der Vergabe der Rhein-Haard-Achse oder eines Teils der S-Bahn Rhein-Ruhr sind Vergaben auch dann möglich, wenn Gebrauchtfahrzeuge zugelassen sind – sofern alle Bieter Zugriff auf das Rollmaterial haben.

Foto: Keolis GmbH&Co.KG

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