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Brennstoffzellenzug in Niedersachsen

16.11.17 (Niedersachsen) Autor:Stefan Hennigfeld

In der letzten Woche wurde ein Vertrag über 14 Brennstoffzellenzüge abgeschlossen. Diese werden im Werk Salzgitter gefertigt und sollen ab Dezember 2021 Dieselzüge ersetzen. Die Versorgung der Züge mit Wasserstoff wird über eine eigene Tankstelle von der Linde Group sichergestellt. Rund tausend Kilometer kann der iLint mit einer Tankfüllung zurücklegen, bei Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 140 Km/h.

Die Verträge über die Lieferung der 14 Brennstoffzellen-Züge sowie für ihre 30-jährige Instandhaltung und Energieversorgung wurden von den Geschäftsleitungen der LNVG, Alstom und Linde or der Presse in Wolfsburg unterzeichnet. Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) hatte zur Unterzeichnung am Rande der Verkehrsminister-Konferenz eingeladen.

So konnten sich die Ressortkollegen einen eigenen Eindruck vom Prototypen des Coradia iLint verschaffen, der gemeinsam mit einem zweiten Exemplar im Frühjahr 2018 den Pilotbetrieb aufnehmen wird. Das niedersächsische Verkehrsministerium unterstützt die Anschaffung der 14 Brennstoffzellen-Züge mit rund 81,3 Millionen Euro.

Minister Olaf Lies überreichte den beiden LNVG-Chefs Hans-Joachim Menn und Klaus Hoffmeister einen Förderbescheid; denn ohne diese zusätzlichen Staatsgelder sind die Züge im Vergleich zu konventioneller Dieseltraktion nicht marktfähig. Die Landestochter erwirbt Züge und vermietet sie anschließend an ein Bahnunternehmen. Instandgehalten werden die Brennstoffzellen-Züge von Alstom in der evb-eigenen Werkstatt in Bremervörde, die für diese Zwecke erweitert wird.

Menn und Hoffmeister erklärten: „Die Brennstoffzellen-Technologie hat gute Chancen, sich in Deutschland in den nächsten 10-15 Jahren durchzusetzen; Dieselfahrzeuge werden mehr und mehr vom Markt verdrängt.“ Die Gewährleistung einer verlässlichen und sicheren Energieversorgung ist eine der Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von Brennstoffzellen-Zügen.

Der Technologiekonzern The Linde Group, eines der weltweit führenden Gase- und Engineeringunternehmen, wird die Wasserstoffversorgung für die neuen Brennstoffzellen-Züge übernehmen und hierfür die weltweit erste Wasserstoff-Tankstelle für Züge in Bremervörde errichten und betreiben. Die Investitionskosten hierfür werden auf rund zehn Millionen Euro veranschlagt und vom Bund gefördert.

Das Grundstück für die Tankstelle wird die LNVG bei der evb anmieten und der Linde AG zur Verfügung stellen, die sich auch um die Betriebs- und Baugenehmigung kümmert. In einer späteren Projektphase ist vor Ort die Produktion von Wasserstoff per Elektrolyse und mit von Windenergie geplant.

Bernd Eulitz, Mitglied des Vorstands der Linde AG, betonte: „Die Verwendung von Wasserstoff für Schienenfahrzeuge ist ein Meilenstein in der Anwendung der Brennstoffzelle für den emissionsfreien Verkehr. Zum ersten Mal wird in signifikantem Umfang und wirtschaftlich tragfähig die Sektorenkopplung mit der Wasserstoff-Infrastruktur umgesetzt.

Foto: Alstom

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