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UK: Kampagne gegen Brückenunfälle

30.10.17 (Großbritannien) Autor:Max Yang

Das staatliche britische Eisenbahninfrastrukturunternehmen Network Rail hat vergangene Woche eine Kampagne gegen Brückenunfälle gestartet, die sich mit dem Slogan „What the Truck“ insbesondere an Speditionen und Lastwagenfahrer richtet. Demnach kommt es insbesondere im Oktober und November zu bis zu zehn Unfällen am Tag, bei denen Lastwagen unter tiefen Eisenbahnbrücken steckenbleiben. Durchschnittlich richtet ein Vorfall einen Schaden von 13.500 britischen Pfund (rund 15.000 Euro) an und sorgt für zweistündige Verspätungen im Zugverkehr.

Insgesamt entstünde durch 2.000 Kollisionen pro Jahr ein Schaden von 23 Millionen britischen Pfund (ca. 26 Millionen Euro), für den letztlich der Steuerzahler aufkommen müsse. Network Rail verweist auf aktuelle Zahlen von Marktforschern, nach denen 43 Prozent der LKW-Fahrer die Größe ihres Gefährts nicht genau kennen, und sogar 52 Prozent der Fahrer bei der Planung ihrer Route nicht auf Höhenbeschränkungen achten.

Seit 2009 wurde die unfallträchtigste Brücke Großbritanniens, die Stuntney Road Bridge im ostenglischen Ely (Cambridgeshire), bereits 113 Mal von Straßenfahrzeugen getroffen. Neben der Öffentlichkeitskampagne will Network Rail auch Stahlverstärkungen an unfallträchtigen Brücken anbringen, Kommunen zur Pflege von Höhenwarnschildern anhalten und pocht darüber hinaus auf schärfere rechtliche Konsequenzen für Unfallfahrer.

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