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BSAG: Zwischenbilanz zum E-Bus

22.08.17 (Bremen) Autor:Stefan Hennigfeld

Im August 2016 hat die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) mit dem Sileo S12 den ersten Elektrobus in den regulären Linienverkehr integriert. Seit rund drei Monaten ist außerdem Bremens erster Elektro-Gelenkbus im Linienbetrieb unterwegs, der mit bis zu 300 Kilometern Reichweite Spitzenwerte erreicht. Er stammt ebenfalls von der Firma Sileo aus dem niedersächsischen Salzgitter.

Noch ganz neu in der Elektrobus-Familie der BSAG ist ein Fahrzeug des Herstellers Ebusco. Der in den Niederlanden gefertigte, 12 Meter lange Bus wird in Kürze ebenfalls den Testbetrieb im Bremer Liniennetz aufnehmen. „Die Erfahrungen der vergangenen zwölf Monate haben uns gezeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg“, zieht Vorstandssprecher Hajo Müller eine erste Bilanz.

Müller: „Der Sileo S12 ist heute regelmäßig auf den Linien 51 und 53 in Huckelriede und Brinkum unterwegs. Der größere Gelenkbus befördert unsere Fahrgäste auf der Linie 20 zwischen Überseestadt und Domsheide sowie auf der Linie 63 zwischen Hauptbahnhof und GVZ. Möglich ist das, weil der S12 mindestens 250 Kilometer Reichweite mit einer Batterieladung schafft, der Gelenkbus sogar rund 300 Kilometer.“

Gute 15.000 Kilometer hat der 12-Meter-Bus seit seiner Anschaffung im Herbst 2016 bis heute zurückgelegt; rund 7.000 Kilometer sind es beim Gelenkbus. Insgesamt haben die Fahrzeuge damit rund 8.000 Liter Diesel eingespart. Diese Treibstoffmenge entspricht 21.000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid. Und diese Einsparungen sollen noch steigen, wenn in Kürze auch der dritte Elektrobus in den Linienverkehr geht.

Genauso wichtig wie die Emissions-Reduzierung sind für das Verkehrsunternehmen dabei die Praxiserfahrungen, die im regulären Betrieb gesammelt werden. „Wir arbeiten dabei ganz bewusst mit verschiedenen Herstellern zusammen, um verschiedene Systeme und Ansätze bei den Elektrobussen kennenzulernen“, betont Hajo Müller.

So verfolgen Ebusco und Sileo beispielsweise unterschiedliche Antriebs- und Batteriekonzepte. Während der eine auf einen Direktantrieb an den Rädern setzt, verfügt der andere über einen zentralen Elektromotor. Jeweils drei Jahre lang werde man die Fahrzeuge unter realen Bedingungen im Bremer Nahverkehr auf Herz und Nieren testen, so Hajo Müller.

Dazu sei jedes Fahrzeug mit einem eigenen Tagebuch ausgestattet, in dem die Angestellten aus dem Fahrdienst ihre Erfahrungen und alle Auffälligkeiten notieren. Damit die Elektrobusse im Alltag eingesetzt erfolgreich eingesetzt werden können, waren bei der BSAG umfangreiche Schulungen nötig. So wurden rund 400 Angestellte aus dem Fahrdienst für den Umgang mit den Elektrobussen geschult.

Sie dürfen diese im Linienbetrieb fahren. Knapp 50 Mitarbeiter aus der Werkstatt wurden ebenfalls speziell geschult. Zwar übernehmen die Bus-Hersteller alle größeren Reparaturen vor Ort in Bremen, aber auch bei kleineren Arbeiten müssen den BSAG-Mechatroniker die Besonderheiten von Elektrobussen und ihren Hochvoltanlagen bekannt sein.

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