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Stuttgart: Umwelt-Tagesticket gefordert

23.06.17 (Stuttgart) Autor:Stefan Hennigfeld

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS), Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne), und VVS-Geschäftsführer Horst Stammler haben Pläne zur Tarifentwicklung des VVS und zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs vorgestellt. OB Kuhn, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) ist, sagte: „Die Nahverkehrsoffensive in Stuttgart und der Region ist in vollem Gange. Für fünf Maßnahmen wollen wir in den bevorstehenden Aufsichtsratssitzungen von SSB und VVS um eine Mehrheit werben: Angebotsoffensive, günstiges TagesTicket, attraktives 9-Uhr-Ticket, Bestpreisabrechnung und moderate Tariferhöhung.“

Dieses Paket sei als Ergebnis von zahlreichen Diskussions- und Sondierungsgesprächen geschnürt worden. Entschieden werde darüber in den entsprechenden Gremien von SSB und VVS. Mit Beginn der neuen Schadstoffperiode am 16. Oktober 2017 soll die Stadtbahnlinie U19 von Neugereut bis zum Neckarpark in den Dauerbetrieb gehen. Sie entlastet damit die U2, die im Abschnitt zwischen Neugereut und Bad Cannstatt sehr stark besetzt ist.

Am 9. Dezember folgt die Inbetriebnahme der U12, die dann von Dürrlewang über das Europaviertel und den Hallschlag bis nach Remseck fährt. Sie ist künftig mit 80-Meter-Doppelzügen unterwegs, was die Kapazitäten auf dieser Nahverkehrsachse stark erhöht. Zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen auch im Busverkehr Verbesserungen vorgenommen werden. Ende nächsten Jahres soll mit der U16 von Fellbach nach Giebel eine neue Stadtbahnlinie Entlastung für die U1 und die U13 bringen.

Schließlich soll eine neue Schnellbuslinie von Bad Cannstatt Wilhelmsplatz zur Stuttgarter Innenstadt eingerichtet werden, die im 5-Minuten-Takt fahren soll. „Diese Linie wird unsere Musterlinie für den Busverkehr der Zukunft perspektivisch mit ausschließlich emissionsfreien Antrieben“, so der Oberbürgermeister. Auch der Tarif soll verbessert werden: „Der Tarif soll einfacher und übersichtlicher werden“, so der Oberbürgermeister. Er zeigte sich dem Anliegen der drei Gemeinderatsfraktionen CDU, Grüne und SPD aufgeschlossen, aus der Landeshauptstadt eine Tarifzone zu machen: „Voraussetzung ist freilich, dass der Gemeinderat die Finanzierung dieser Tarifmaßnahme langfristig sichert.“

VVS-Geschäftsführer Stammler wies daraufhin, dass eine solche Änderung Zeit braucht: „Wir müssen dazu auch mit unseren Partnern in der Region Gespräche führen“, kündigte der Geschäftsführer an. „Aber auch wenn alle Fragen geklärt sind, dauert die Umstellung der unterschiedlichen Vertriebssysteme unserer 40 Verkehrsunternehmen seine Zeit.“

Daher könne eine solche Maßnahme frühestens im Jahr 2019 realisiert werden“, meinte Stammler. Auch einen möglichen Einstieg in die „Bestpreis-Abrechnung“ kündigte Kuhn an. „Unsere Vision ist es, dass sich der Kunde gar nicht mehr darum zu kümmern braucht, welches Ticket er kaufen muss. Mit einem Pilotprojekt zur Bestpreis-Abrechnung wollen wir bis Jahresende starten.“

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