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DB Regio NRW spart Fahrstrom

03.04.17 (Nordrhein-Westfalen) Autor:Stefan Hennigfeld

Die Kosten für den Fahrstrom ist ein entscheidender Faktor bei der Vergabe von Eisenbahnleistungen: Das gilt sowohl in Sachen Einkauf als auch bei der Fahrweise. Züge, die einen geringen Strombedarf haben, können über die Ausschreibungserfolge mitentscheiden – gerade wenn es den Unternehmen gelingt, gute Lieferverträge für den Fahrstrom zu machen. DB Regio NRW hat durch gezielte Weiterbildungen der Triebfahrzeugführer in der Vergangenheit bereits einiges an Stromkosten eingespart und wird das Engagement in diesem Bereich zukünftig fortsetzen.

Das Unternehmen hat seit September 2016 ihren Stromverbrauch um rund 10 Millionen Kilowattstunden gesenkt. Dies entspricht der Menge Strom, die mehr als 2.500 Vier-Personen-Haushalte durchschnittlich pro Jahr benötigen. Die erreichten Einsparungen sind das erste Ergebnis eines neuen Energiesparkonzepts, mit dem man bis zum Jahr 2020 den Energieverbrauch um weitere sieben Prozent senken will.

Die ursprünglich für 2020 formulierten Umwelt-Ziele wurden bereits schon 2014 erreicht – und wurden nun verbessert. Bis 2020 will die DB die spezifischen CO₂-Emissionen über alle weltweiten Verkehre im Vergleich zu 2006 um 30 Prozent senken. Neben der Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Schienen-verkehr und dem Einsatz moderner Fahrzeuge ist das energiesparende Fahren eine der zentralen Maßnahmen, um den Ausstoß von CO2 effektiv zu reduzieren.

Hier sind die Mitarbeiter gefragt: Rund 75 Prozent der Varianz im Energieverbrauch auf einer Strecke sind durch das Verhalten der Triebfahrzeugführer zu erklären. Ziel des energiesparenden Fahrens ist, eine Strecke mit einem bestimmten Zug in der hierfür berechneten Zeit so zurückzulegen, dass möglichst wenig Energie verbraucht wird. Dabei gilt der Leitsatz: „sicher, pünktlich, energieeffizient“. Eine energieeffiziente Fahrweise nutzt durch das intelligente Zusammenspiel zwischen situationsgerechtem Beschleunigen, Ausrollen lassen und Einsatz der rückspeisefähigen Bremse Zeitpuffer im Fahrplan und Streckengegebenheiten, ohne dabei zu Lasten der Pünktlichkeit zu gehen.

Energiesparendes Fahren heißt vor allem, vorausschauend zu fahren. Zum Beispiel kann der Triebfahrzeugführer bereits kurz vor dem Erreichen einer Bergkuppe die Leistung abschalten und anschließend bergab den Schwung nutzen oder auf gerader Stecke mit Vollgas anfahren und dann den Zug ausrollen lassen. Je schneller der Zug die erlaubte Höchstgeschwindigkeit erreicht, desto mehr Energie kann später eingespart werden.

Dann kann der Triebfahrzeugführer den Zug nämlich über weite Strecken rollen lassen, ohne dabei viel an Tempo zu verlieren. Energiesparendes Fahren ist zudem wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Zusätzlich zum Unterricht und zur Schulung im Fahrzeug absolviert jeder Auszubildende das Fahrsimulator-Modul zum energiesparenden Fahren. Auch viele dienstältere Lokführer absolvieren das entsprechende Training im Fahrsimulator.

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