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Groschek stellt RRX-Nutzenstudie vor

09.03.17 (Nordrhein-Westfalen) Autor:Stefan Hennigfeld

Der nordrhein-westfälische Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) hat in der letzten Woche eine Nutzenstudie für das Konzept Rhein-Ruhr-Express im Rheinland vorgestellt. Mehr als 2,65 Milliarden Euro fließen in den kommenden Jahren in den Ausbau des RRX in ganz Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommen 800 Millionen Euro für die Beschaffung von 82 RRX-Zügen, die im Eigentum der kommunalen Zweckverbände stehen sollen.

Die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten werden bei Siemens in Dortmund durchgeführt, fahren werden die Züge Abellio und National Express. „Das milliardenschwere Investitionspaket schafft die Grundlage für die Realisierung des wichtigsten Schienenprojekts in Nordrhein-Westfalen“, so Michael Groschek. „Für das Rheinland bedeutet der RRX vor allem eine engere Verknüpfung mit dem Ruhrgebiet und Westfalen. Er verbessert die Mobilität von vielen Zehntausenden Pendlern. Mit dem RRX können wir das Thema Ölsardine in Bimmelbahn erledigen.“

Erfreut zeigt sich auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos): „Ich finde es gut, dass es nach den vielen Jahren, in denen über die dringend notwendige leistungsfähige Schienenverbindung durch unser Bundesland diskutiert und diese geplant wurde, nun endlich in großen Schritten vorangeht. Der Rhein-Ruhr-Express ist ein Leuchtturmprojekt, das den Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen in den nächsten Jahren auf eine ganz neue Qualitätsstufe heben wird.“

Die im Auftrag des Verkehrsministeriums erstellte Nutzenstudie begründet den Nutzen durch das Projekt. Für die Untersuchung hat das Fachbüro SCI Verkehr die Auswirkungen des RRX auf Nordrhein-Westfalen und seine Regionen analysiert. Die Ergebnisse zeigen die positiven Impulse des RRX für Mobilität, Wirtschaft, Umwelt und die Menschen im Land auf. In den Städten und Gemeinden des Nahverkehr Rheinland mit RRX-Halt leben heute insgesamt 2,1 Millionen Menschen, die direkt vom RRX profitieren können.

Der RRX hält in elf Städten und Gemeinden im NVR. Dabei ist auch die heutige Linie RE 4 zwischen Aachen und Dortmund berücksichtigt. Diese fährt zwar nicht durch Köln und ist nicht Teil des ursprünglichen RRX-Konzeptes, wird aber auch auf RRX-Standard umgerüstet. Dadurch profitiert nicht nur die Ruhrachse zwischen Dortmund und Duisburg von den neuen Zügen, sondern auch die Wupper-Achse. Das bedeutet, dass auch die Ost-West-Verbindung in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf künftig im Vergleich zum Status Quo bessere Züge haben wird.

Die heutige Linie RE 4 und die Linie RE 13 bilden zwischen Hagen und Mönchengladbach in etwa einen Halbstundentakt. Im Zielzustand sollen zwischen Dortmund, Essen, Düsseldorf und Köln alle 15 Minuten Züge im RRX-Standard fahren. Ob es allerdings soweit kommt, ist fraglich, denn die Betriebsfinanzierung ist ungeklärt. Dennoch werden erhebliche Kapazitätsausweitungen in den nächsten Jahren definitiv kommen.

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