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Einfach weiter- einfach klasse!

30.03.17 (Kommentar, Nordrhein-Westfalen, NVR) Autor:Stefan Hennigfeld

Man kann zwischen VRR und VRS in einem einheitlichen Tarif fahren – und zwar schon länger. Das ganze heißt dann „großer Grenzverkehr“. Es scheint also zumindest eisenbahnpolitisch eine inner-nordrhein-westfälische Grenze zwischen Düsseldorf und Köln zu geben. Vielleicht ja die imaginäre Gaffel-Diebels-Grenze. Dass man es jetzt zumindest seinen Stammkunden ermöglicht, mit dem Einfach-Weiter-Ticket unkompliziert in den Nachbarverbund zu fahren, ist überfällig gewesen.

Wer für sein VRR-Monatsticket eine einmalige Anschlussfahrkarte nach Köln wollte – und somit ja ein VRS-Ticket benötigt hat, der stand oft vor dem Tarifdickicht und hat sich im Zweifel für die Fahrt mit dem Auto entschieden. Und das wo Autofahren in Köln ganz bestimmt keinen Spaß macht. Umgekehrt in Düsseldorf aber auch nicht. Um so besser ist es, dass man denen, die zwar regelmäßig auf „ihren Strecken“ fahren die Scheu nimmt, auch mal weiterzufahren – eben einfach weiter und das ist einfach klasse!

Es ist doch schön, dass man jetzt von Düsseldorf nach Aachen oder von Wuppertal nach Köln kann ohne sich Gedanken zu machen, ob das jetzt die richtige Preisstufe ist oder ob man vielleicht besser mit einem anderen Weg Geld sparen, weil weniger Tarifzonen durchfahren werden. Auf der Strecke von Aachen nach Köln funktioniert das ja schon seit ein paar Jahren erfolgreich. Da gilt der VRS-Tarif bis Aachen. Wer also von Bonn aus fährt, der kann auch in Aachen noch den Bus mit seinem VRS-Ticket nutzen.

Dass es keinen Rheinland-Tarif gibt hat mit der hohen Affinität Aachens zu Belgien und dem dortigen ÖPNV zu tun, aber die Barrieren, auch die in den Köpfen der potentiellen Fahrgäste, werden abgebaut. Das muss man fortsetzen! Wenn der Westfalentarif da ist, muss man auch hier die Einfach-Weiter-Tickets ermöglichen. Natürlich ist es richtig, dass man eine Fahrt etwa von Siegen nach Dortmund (über Hagen) auch im Westfalentarif machen kann, aber das allein reicht nicht.

Es muss z.B. für Menschen aus dem Siegerland, die mal mit dem Zug nach Köln wollen, die Möglichkeit geben, ihr Westfalentarif-Monatsticket mit einem unkomplizierten Einfach-Weiter-Ticket ergänzen zu können. Dann ist der Dauerstau auf der A4 und dem Kölner Ring auf einmal doch ein Grund, um mit dem Zug zu fahren – und auf Parkplatzsuche und Parkgebühren zu verzichten. Die hohen Verkaufszahlen des Einfach-Weiter-Tickets zeigen, dass der Bedarf danach vorhanden war.

Gerade wenn man bedenkt, dass Städte wie Aachen, Köln, Bonn, Düsseldorf der Regionen wie das Bergische Land oder die Eifel auch für nordrhein-westfälische Touristen interessant sind. Ob der (Kurz-)Urlaub oder der Tagesausflug, all das kann man gut mit der Bahn machen und die Voraussetzungen dazu haben sich verbessert und werden sich noch weiter verbessern. Gerade auch wenn demnächst die durchgehenden Züge zwischen Köln und Lüdenscheid fahren. Manch einer will aus Gummersbach nach Hagen, manch einer aus Lüdenscheid nach Köln. Und da muss die Eisenbahn genauso intuitiv zu nutzen sein wie das eigene Auto – also einfach reinsetzen und losfahren.

Siehe auch: VRS legt Jahreszahlen vor

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