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Dresden: Mann vor Zug geschubst

24.03.17 (Sachsen) Autor:Stefan Hennigfeld

Am frühen Freitagmorgen (17. März) gegen 4:45 kam es am Haltepunkt Dresden-Zschachwitz zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen drei Personen. Der spätere Geschädigte stieg am benannten Haltepunkt aus der S-Bahn – ihm folgten zwei Personen, welche Feuer für ihre Zigaretten verlangten. Als der Angesprochene dieser Aufforderung unter Verweis zur Arbeit zu müssen nicht nachkam, attackierten die beiden Angreifer den Reisenden.

Letztendlich warf ein Täter das Fahrrad des Geschädigten gegen diesen, woraufhin der Mann mitsamt Fahrrad in die ca. einen Meter tiefer liegenden Gleise stürzte. Im Anschluss versuchte der 40-Jährige wieder mit seinem Fahrrad auf den Bahnsteig zu gelangen, dabei wurde er von einem der Angreifer permanent mit Fußtritten daran gehindert. Parallel zu den körperlichen Attacken fuhr die S-Bahn in Richtung Dresden in den Haltepunktbereich ein. Der Triebfahrzeugführer bemerkte die Auseinandersetzung, handelte gedankenschnell und leitete sofort eine Schnellbremsung ein.

Der Zug kam nur wenige Meter vor dem Geschädigten zum Stehen. Die beiden Angreifer flüchteten daraufhin. Durch den Triebfahrzeugführer wurde die Bundespolizei Dresden verständigt. Beamte konnten die beiden Tatverdächtigen, einen 23-jährigen Marokkaner und einen 27-jährigen Libyer, im Zuge ihrer Fahndungsmaßnahmen in einer nachfolgenden S-Bahn vorläufig festnehmen. Beide Täter waren alkoholisiert und polizeibekannt. Der Geschädigte ist deutscher Staatsangehöriger, 40 Jahre alt und wurde bei dem Angriff an der linken Hand verletzt.

Weiterhin wurde bei dem lybischen Staatsangehörigen Betäubungsmittel (vier Haschischstücke á 5 cm) aufgefunden und sichergestellt. Beide Personen benutzten offensichtlich die betreffenden S-Bahnen ohne im Besitz eines entsprechenden Fahrausweises zu sein. Die Bundespolizei leitete in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Dresden gegen die beiden Personen Ermittlungsverfahren wegen des Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Gefährlicher Körperverletzung und Nötigung sowie Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ein.

Haftbefehle wurden zunächst nicht beantragt, die verdächtigen Personen sind wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Später wurden die Ermittlungen auf versuchten Totschlag ausgeweitet, inzwischen befinden sich die Verdächtigen in Untersuchungshaft. Mögliche Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

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