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Vergabeentscheidungen in NRW

08.12.16 (Nordrhein-Westfalen, NVR, NWL, Rheinland-Pfalz, VRR) Autor:Stefan Hennigfeld

In dieser Woche wurden mehrere Vergabeentscheidungen in Nordrhein-Westfalen getroffen. Dabei wird es zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 keine Betreiberwechsel geben, sämtliche aktuellen Unternehmen konnten sich in den Vergaben durchsetzen und die Folgeaufträge ebenfalls für sich sichern. Unter Federführung des NVR wurde entschieden, dass der künftige Betrieb für die erstmals im Wettbewerb vergebenen Linien RE 8 (Mönchengladbach – Köln – Koblenz) und RB 33 (Aachen –Lindern – Heinsberg / Mönchengladbach – Duisburg – Essen) weiterhin durch die DB Regio AG übernommen wird.

Das unter Federführung des VRR durchgeführte Vergabeverfahren Emscher-Münsterland Netz wird wiederum an die Nordwestbahn vergeben. Diese wird auch künftig die Linien RE 14 (Essen – Dorsten – Borken) und RB 45 (Dorsten – Coesfeld) betreiben. Unter Leitung des NWL ist beschlossen worden, den künftigen Verkehrsvertrag für das Ruhr-Sieg-Netz mit den Linien RE 16 (Essen – Hagen – Siegen), RB 46 (Bochum – Gelsenkirchen) und RB 91 (Hagen – Iserlohn/Siegen) erneut mit Abellio zu schließen.

Die Linie RB 40 wechselt ins S-Bahnnetz und wird im Rahmen einer anderen Ausschreibung ebenfalls weiterhin von Abellio betrieben. Der NWL hatte zwischenzeitlich geplant, die Linie RE 16 deutlich zu reduzieren und ersatzweise InterCity-Züge der DB AG finanziell zu unterstützen. Obwohl Ende 2015 ein unterschriftsreifer Vertrag vorlag, wurde das Vorhaben in letzter Sekunde gestoppt, weil man juristische Bedenken hatte. Die DB AG scheint ihrerseits offensichtlich von Planungen abgerückt zu sein, ab Ende 2019 im Ruhr-Sieg-Korridor InterCity-Züge fahren zu lassen.

Was das für die Ankündigung heißt, das neue Fernverkehrskonzept in jedem Fall und auch ohne finanzielle Zuwendungen durch die Aufgabenträger einführen zu wollen, bleibt offen. Bei Abellio zeigt man sich jedenfalls erfreut. Stephan Krenz, Chef der Berliner Abellio GmbH: „Die angekündigte Zuschlagserteilung des NWL zum Betrieb des Ruhr-Sieg-Netzes ist der Beweis, dass unser Unternehmen nicht nur Netze gewinnen, sondern auch erfolgreich verteidigen kann. Das Ruhr-Sieg-Netz ist die wertvolle Ergänzung unserer Leistungen im gesamtdeutschen Schienenpersonennahverkehr. Dieser Erfolg zeigt, dass wir mit unserem kontrollierten Wachstum auf dem richtigen Weg sind, in Deutschland zu den führenden Bahnunternehmen zu gehören.“

Zufrieden ist auch Ronald Lünser, Geschäftsführer und Eisenbahnbetriebsleiter der Hagener Abellio Rail NRW GmbH: „Seit zwölf Jahren betreiben wir erfolgreich die Linien im Ruhr-Sieg-Netz und konnten dort zu mehr Qualität und Service auf der Schiene beitragen. Dass wir dieses Netz nun verteidigen konnten, ist für uns der Beweis, dass wir mit unseren Qualitätszielen und unserem Serviceverständnis auf dem richtigen Weg sind. ie mehrfachen Auszeichnungen unserer Servicequalität, die wir auch im Ruhr-Sieg-Netz vom NWL erhalten haben, sind für uns der Ansporn, noch besser zu werden.“

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